Aufschwung
Deutschland ist Europas Konjunkturlokomotive

Deutschland befindet sich nach Ansicht von Wirtschaftsforschern in einem Bilderbuch-Aufschwung. Die Auftragsbestände der Unternehmen seien so hoch „wie seit langem nicht mehr", heißt es. Auch im Euroraum läuft den Experten zufolge der Konjunktumotor rund, die Preisentwicklung sei stabil. Damit verbunden sind auch ganz bestimmte Erwartungen an die Zinspolitik der EZB.

HB DÜSSELDORF. Wirtschaftsforscher sehen rosige Zeiten für Deutschland. Auch die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn hat nicht zu der befürchteten Wachstumsdelle geführt. „Der Aufschwung setzt sich 2007 kraftvoll fort“, erklärte das Institut für Weltwirtschaft (IfW) und hob am Montag seine Wachstumsprognose kräftig an.

Auch das DIW in Berlin rechnet im ersten Quartal mit einem etwas stärken Wachstum als erwartet und der Internationale Währungsfonds sagte eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs in Deutschland voraus. Dabei gebe es sogar noch Potenzial nach oben, sagte der stellvertretende IWF-Direktor John Lipsky dem „Handelsblatt“: „Ich bin optimistisch, dass der Aufschwung in Deutschland noch eine ganze Zeit weitergehen wird.“

Doch nicht nur in Deutschland, sondern im ganzen Euroraum geht der robuste Aufschwung weiter, ergab die Europa-Frühjahrsprognose IfW, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach wächst die Wirtschaft im Euroraum 2007 wie im Vorjahr um 2,7 Prozent. Konjunkturlokomotive ist den Forschern zufolge Deutschland, das mit 2,8 Prozent überdurchschnittlich zulegen sollte.

Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert Wachstum. Bei der Vorlage ihres Zwischenberichts zur Wirtschaftsentwicklung geht sie für die ersten beiden Quartale von einem Wachstum von jeweils 0,6 Prozent auf Quartalsbasis in der Euro-Zone aus. Für das vorige Jahr schätzt sie das Wachstum in der Euro-Zone mit 2,8 Prozent und in den USA mit 3,3 Prozent.

Die Weltwirtschaft wird dem IfW zufolge in diesem Jahr kräftiger wachsen als die Länder im Euro-Raum. Der Weltwirtschaft werde ein Plus von 4,7 Prozent zugetraut. Bislang wurden 4,4 Prozent vorausgesagt.

Die US-Wirtschaft habe zwar an Dynamik verloren, aber der Aufschwung in Japan und in der EU setze sich fort. Da die Unternehmen weltweit kräftig investiert hätten, expandiere die Weltwirtschaft weiter stark. „Für ein höheres Wachstumspotenzial spricht die zunehmende Integration Chinas und Indiens in die Weltwirtschaft, die über ein enormes Arbeitskräftepotenzial verfügen“, erklärte das IfW.

Für 2008 sagen die Forscher ein schwächeres Wachstum von 2,3 Prozent in der Euro-Zone voraus. Ein Grund dafür seien die steigenden Leitzinsen: Bis zum Jahresende werde die Europäische Zentralbank die Zinsen auf 4,25 von aktuell 3,75 Prozent anheben. „Die Investitionen verlieren im Prognosezeitraum angesichts der höheren Zinsen und weniger günstiger Absatz- und Ertragsaussichten allmählich an Schwung“, hieß es. Entsprechend werde die Gangart etwas langsamer.

Für die OECD ist die Preisentwicklung in der Euro-Zone derzeit günstig. Eine Empfehlung für die Zinspolitik gab die OECD allerdings nicht.

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