Aufschwung
Fed hofft auf Konjunkturwende

Die US-Notenbank Fed sieht immer stärkere Anzeichen für ein Ende der Rezession in den USA. Deshalb bereitet sie sich langsam auf ein Auslaufen der milliardenschweren Krisenprogramme vor.
  • 0

NEW YORK. Die Leitzinsen beließ die Notenbank bei den turnusmäßigen Beratungen des Offenmarktausschusses (FOMC) gestern unverändert bei knapp über Null Prozent.

In der etwas positiver als zuletzt ausfallenden Konjunkturbewertung des FOMC hieß es, es sei eine Bodenbildung zu erwarten. Zudem kündigte die Fed eine Streckung ihres 300 Mrd. Dollar schweren Aufkaufprogramms für Staatsanleihen bis Oktober an, mit dem sie versucht, die Kapitalmarktzinsen niedrig zu halten. Das Programm werde dann vermutlich auslaufen.

Seit Ausbruch der Krise versucht die Fed mit allen geldpolitischen Mitteln, die seit Dezember 2007 in einer Rezession steckende Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. So senkte sie den Zielkorridor für den Leitzins auf eine Spanne von Null bis 0,25 Prozent und verbilligte damit die Refinanzierungskosten der Unternehmen. Gestern wiederholte sie die seit langem benutzte Formel, dies für eine längere Periode beibehalten zu wollen. Ihr Begründung: Es sei zu erwarten, dass niedrige Energie- und Rohstoffkosten den Preisauftrieb auf absehbare Zeit in deutlichen Grenzen halten werden.

Parallel zu den Zinssenkungen hatte die Fed in der Krise milliardenschwere Ankaufprogramme zur Ankurbelung bestimmter Kapitalmarktbereiche aufgelegt. Wegen des sogenannten "Quantitative Easing", so wird das Drucken neuer Banknoten genannt, hatte sie Ängste geweckt, die Inflationsraten könnten im Falle einer Konjunkturerholung deutlich nach oben schnellen. Die Fed deutete nun an, zumindest eines dieser Ankaufprogramme bald einzustellen. Sie werde den Erwerb von Staatsanleihen verlangsamen und voraussichtlich im Oktober - und damit etwas später als bislang angekündigt - auslaufen lassen.

Damit agierte sie etwas vorsichtiger als die Die Bank of England. Diese hatte die Märkte zuletzt mit einer Aufstockung ähnlicher Programme überrascht und damit Skepsis gegenüber Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturwende zum Ausdruck gebracht. "Die Fed kauft sich Zeit, weil sie die Konjunkturentwicklung noch abwarten will", sagte Pimco-Chef Bill Gross. So könne sie etwas später entscheiden, ob tatsächlich keine Nachfolgeprogramme nötig seien.

Die Aktienmärkte legten nach Veröffentlichung der etwas optimistischeren Konjunkturprognose der Fed weiter zu. Der Dollar gewann gegenüber dem Euro leicht an Boden.

Kommentare zu " Aufschwung: Fed hofft auf Konjunkturwende"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%