Aufschwung festigt sich
Trichet signalisiert „starke Wachsamkeit“

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die Erwartungen der Märkte bestärkt, dass die Notenbank im Juni erneut die Zinsen erhöhen wird.

HB FRANKFURT. Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten sprach Trichet am Donnerstag nach der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wiederholt von einer „starken Wachsamkeit“, mit der die EZB Preisrisiken begegnen werde: „Der Rat wird starke Wachsamkeit ausüben, um sicherzustellen, dass sich Risiken für die Preisstabilität auf mittlere Sicht nicht materialisieren.“

Trichet wiederholte frühere Aussagen, nach denen sich die EZB nicht im voraus auf Zinserhöhungen festlegt. Die bisherigen Konjunkturdaten bestätigten die Einschätzung der Notenbank, dass sich der Aufschwung festigt. Neben der stärkeren Konjunktur erhöhe der Anstieg des Ölpreises die Gefahren für die Preisstabilität, sagte Trichet.

Die Währungshüter ließen den Leitzins in der Euro-Zone von 2,5 Prozent wie erwartet unverändert. Seit Dezember hat die EZB den lange Zeit historisch niedrigen Zins zwei Mal um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Banken-Volkswirte prognostizieren bis zum Frühjahr 2007 im Schnitt noch drei Zinserhöhungen um ein viertel Prozent auf dann 3,25 Prozent.

Nach jüngsten Daten verstärkt sich der Aufschwung, so dass die EZB mit höheren Zinsen steigender Inflation vorbeugen will. Die Zentralbank sieht angesichts der besseren Konjunktur, hoher Ölpreise und bevorstehender Steuererhöhungen Gefahr für die Preisstabilität heraufziehen. Auch die üppige Geldversorgung der Wirtschaft signalisiert ihr zufolge Inflationsgefahr.

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