Aufschwung verliert an Kraft
Wirtschaftsklima im Euroraum verschlechtert sich

Konjunkturelle Bremsspuren machen sich nun auch beim Wirtschaftsklima in der Euro-Währungszone bemerkbar. In den Ländern dort ist laut vom Ifo-Institut veröffentlichtem Wirtschaftsklima-Index für den Euroraum die Stimmung im vierten Quartal so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr.

HB MÜNCHEN. Der Gesamtindex fiel im Vergleich zum Vorquartal um gut 21 Punkte auf 90,7 Punkte. Im August befand er sich noch auf einem Sechs-Jahres-Hoch. „Die neuen Umfrageergebnisse sprechen für eine konjunkturelle Verlangsamung im kommenden halben Jahr“, erklärte ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Die 263 befragten Volkswirte aus Unternehmen und Wissenschaft beurteilten demnach vor allem die Erwartungen so schlecht wie seit Anfang 1999 nicht mehr. Der Teilindex der konjunkturellen Erwartungen für die kommenden sechs Monaten fiel von 89,9 Punkten im dritten Quartal auf nunmehr 63,6 Punkte.

Auch die derzeitige Lage wurde schlechter eingeschätzt. Hier ging der entsprechende Teilindex im Vergleich zum Vorquartal um knapp 15 Zähler auf 123,4 Punkte zurück. „Die Lage ist nicht dramatisch, aber die Euphorie ist vorbei“, sagte ifo-Experte Gernot Nerb der Nachrichtenagentur AP. „In die Erwartungen mischt sich nun doch Vorsicht. Die Lage selbst ist aber noch gut.“ Der Gesamtindex zum Wirtschaftsklima für den Euroraum nähere sich nun dem langjährigen Durchschnitt von 89,4 Punkten an.

Der Rückgang sei auf verschiedene Faktoren wie die US-Finanzkrise, den schwachen Dollar und den hohen Ölpreis zurückzuführen. Entscheidend seien nun vertrauensbildende Maßnahmen, um die Erwartungen wieder zu stabilisieren, sagte Nerb. So müssten etwa die Folgen der US-Immobilienkrise möglichst bald klar dargelegt werden. Es dürfe „keine bösen Überraschungen mehr geben“, sagte Nerb.

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