Auftakt der Hannover Messe
Wirtschaft wächst weiter – BDI warnt aber vor Übermut

In der deutschen Wirtschaft wird die konjunkturelle Lage immer optimistischer eingeschätzt. Nach den Maschinenbauern hat nun auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) seine Wachstumsprognose auf der Hannover Messe deutlich angehoben. Grund zum Übermut bestehe aber nicht, warnte Verbands-Präsident Thumann.

HB HANNOVER. Der BDI korrigierte am Montag zum Auftakt der Hannover Messe seine Wachstumsprognose um 0,5 Prozentpunkte nach oben und erwartet jetzt ein Plus von bis zu 2,5 Prozent. Eine sehr gute wirtschaftliche Entwicklung, Exporterfolge, wachsende Ausrüstungsinvestitionen sowie hohe Auslastungen beim Maschinenbau, der Stahlproduktion und Elektroindustrie sorgten für ein insgesamt optimistisches Konjunkturszenario, sagte BDI-Präsident Jürgen Thumann. Dennoch sei die deutsche Wirtschaft von einem dauerhaft höheren Wachstumspfad nach wie vor deutlich entfernt. „Es besteht kein Grund zum Übermut“, sagte er. Die große Koalition dürfe jetzt nicht die Hände in den Schoss legen, sondern müsse strukturelle Reformen entschiedener anpacken.

Thumann sprach von einer sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung und einem robusten Wachstum, das sich jetzt auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlage. Er halte es nicht für unwahrscheinlich, dass die Zahl der Arbeitslosen 2007 zeitweilig unter 3,5 Mill. gesenkt werden könne. Im vergangenen Jahr sei sie bereits um 800 000 Personen im Jahresverlauf zurückgegangen. Und die Entspannung am Arbeitsmarkt mache sich immer mehr auch im privaten Konsum bemerkbar. „Die Stagnation der Jahre 2004 und 2005 ist zunehmender Kauflaune gewichen“, sagte der Industriepräsident.

Die größten Erfolge habe es 2006 aber einmal mehr auf dem internationalen Parkett gegeben. Die Ausfuhren seien gegenüber dem Vorjahr um 12,4 Prozent gestiegen und damit sei Deutschland zum vierten Mal in Folge Exportweltmeister geworden. Für 2007 erwartet der BDI eine weitere Ausfuhrsteigerung von bis zu zehn Prozent. Die Industrie habe die Konjunktur 2006 mit einem Wachstum von fünf Prozent in Schwung gebracht. „Die eigentliche Triebkraft des Aufschwungs war und ist die deutsche Industrie.“ Und die Stimmung in der Wirtschaft sei ausgezeichnet.

Dennoch sei noch viel zu tun. Angesichts der Prognose von fast fünf Prozent Wachstum der Weltwirtschaft seien 2,5 Prozent in Deutschland nicht viel und auch die erwarteten Investitionszuwächse von fünf bis sechs Prozent nicht ausreichend. „Was wir brauchen ist deshalb eine Politik der Wachstumsvorsorge“, sagte Thumann. Gerade in wirtschaftlich guten Zeiten sei die Bundesregierung in der Pflicht. Punktuelle politische Eingriffe und Kompromisse wie bisher reichten nicht aus. Notwendig sei eine langfristig angelegte Politik, die grundlegende, auch unpopuläre Reformen ins Werk setze.

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