Auftragseingang sinkt Industrie überrascht Ökonomen negativ

Schlechter war die Wirtschaftslage seit der Finanzkrise nicht mehr: Der deutschen Industrie brechen die Aufträge weg. Ein Grund: Weltweite Krisenherde verunsichern die Wirtschaft. Ökonomen sind überrascht.
Update: 06.10.2014 - 09:22 Uhr 11 Kommentare
Besonders deutlich fiel die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen. Hier gab es im August ein Minus von 8,5 Prozent. Quelle: dpa

Besonders deutlich fiel die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen. Hier gab es im August ein Minus von 8,5 Prozent.

(Foto: dpa)

BerlinDer deutschen Industrie sind die Aufträge im August so stark weggebrochen wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Die Bestellungen fielen um 5,7 Prozent zum Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin mit. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009 auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 2,5 Prozent erwartet, nachdem es im Juli noch einen Zuwachs von 4,9 Prozent gegeben hatte. „Die Auftragseingänge wurden im Juli positiv und im August negativ durch die späte Lage der Schulferien beeinflusst“, erklärte das Ministerium.

Aber auch ohne diesen Effekt entwickelten sich die Aufträge „angesichts der zögerlichen Wirtschaftsentwicklung im Euroraum und der Verunsicherung der Wirtschaft durch die geopolitischen Ereignisse insgesamt schwach“. Das Ministerium gab sich aber optimistisch: „Sobald sich die Verunsicherung etwas legt, werden sich aber die Auftriebskräfte wieder durchsetzen.“

„Die Auftragseingänge der Industrie haben selbst die sehr negativen Erwartungen noch verfehlt“, sagt Ralph Solveen von der Commerzbank. „Zu einem beträchtlichen Teil war dies auf die späte Lage der Sommerferien und einen Rückgang der immer sehr volatilen Bestellungen im Sektor ‚sonstiger Fahrzeugbau‘ zurückzuführen. Aber auch der zugrundeliegende Trend zeigt nach unten. Dies stützt unsere Erwartung einer schwachen zweiten Jahreshälfte der deutschen Wirtschaft.“

Die Nachfrage aus dem Ausland fiel im August um 8,4 Prozent. Die Aufträge aus der Euro-Zone nahmen um 5,7 Prozent ab, die aus dem Rest der Welt um 9,9 Prozent. Die Inlandsaufträge schrumpften um 2,0 Prozent.

Besonders deutlich fiel die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen. Hier gab es ein Minus von 8,5 Prozent. Die Bestellungen von Konsumgütern wuchsen dagegen um 3,7 Prozent, die nach Vorleistungsgütern wie Chemikalien ließen um 3,0 Prozent nach.

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11 Kommentare zu "Auftragseingang sinkt: Industrie überrascht Ökonomen negativ"

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  • Es ist erstaunlich, dass studierte Ökonomen überrascht sind.
    Dies ist die Folge vieler Faktoren, die u. a. auch in der Weltwirtschaft momentan passieren. Glauben die Öko- nomen denn, dass Deutschland als einziges Land nicht auch irgendwann die Folgen der weltweiten Rezession zu spüren bekommen. Die Hälfte der EU Staaten sind pleite und können durch sich zu Tode sparen natürlich auch keine Investitionen tätigen. Zudem trifft auch die deutsche Wirtschaft sehr heftig die derzeitige Sankti- onspolitik gegenüber Russland. Und zu letzt darf man auch nicht vergessen wie wenig unsere Politiker in die
    heimische Wirtschaft investieren.

  • anders gesagt: so ein Politiker gehört mit seinen mentalen Schwachheiten genau dahin wo er sich wähnt: in den deutschen Bundestag.

    Und wenn die da Scheiß machen, ernsthaften Scheiß, wird der BT ohnehin mitbekommen, wie das laufen wird, was man sich in dem hohen Hause so alles vorzustellen vermag - oder auch nicht.

    Oder sollte irgendjemand annehmen wollen, das Volk würde nicht mitbekommen, was man sich da im BT so alles vorstellen könnte, um das Volk zu umgehen?

  • Der "bloede" Wähler hat längst gemerkt, wo der Hase langlaufen soll.

    In den "bloeden" USA, weiter als wir hier, hat die politische Klasse bereits gemerkt, dass sie es mit ihren Wählten längst mit Bruchteilen von einem Viertel zu tun hat.

    Im Grunde genommen medlet sich der Rest eines Staates lediglich nur dann noch zurück, wenn die Bloedmaenner den nächsten Weltkrieg lostreten wollen, weil denen sonst nichts mehr einfällt.

    Politiker lernen ihr Spiel.

    Und Bürger lernen das Politikerspiel mit den Politikern:
    Politiker wollen ihre Ruhe beim Politikerspiel.

    Und Bürger sorgen dafür, dass das Politikerspiel deren PolitikerSpiel bleibt.

    Und melden sich, wenns zu bunt wird.

  • Die Russland Sanktionen zeigen ihre Wirkung.
    Deutschland in der Rezession und Putin sitzt in Russland fester im Sattel als je zuvor.
    Sanktionen bewirken nie etwas Positives, siehe Iran, Cuba oder Nord-Korea.
    Aber wer unbedingt US-Vasall spielen muss, der muss eben auch entsprechend bluten. Dumm gelaufen. Hoffentlich merkt der bloede Waehler wer fuer diese Misere verantwortlich ist.

  • "Industrie überrascht Ökonomen negativ"
    _______________________

    Ökonomen dürfte da eigtl garnichts überraschen.

    Wer Industrien dezidiert outsourced sollte sich schongleich garnichts über irgendwas wundern.

    Aber: Wer nichts wird wird Wirt - zur Not Volkswirt - und sollte er etwas knapper ausgestattet sein von Mutter Natur mit Gehirn: Betriebswirt.

  • Da kommen die unberechtigten und von den USA orchestrierten Sanktionen Russlands doch wie gerufen. Es muss eben was kosten, wenn man US-Vasall ist...
    Ansonsten ist doch die Weltökonomie gut aufgestellt; die Eurozone ist das beste Beispiel. Und die Abenomics führen doch auch zum Erfolg. Es wird sehr viel Klosettpapier geben...

  • Wenn sie überrascht sind, sind's keine Ökonomen.
    Die auf Grund des Drucks "unserer" "Partner" verhängten Sanktionen gegen Russland führen zwangsläufig zu einem rückläufigen Auftragseingang.
    1 + 1 = ?

  • "...Ökonomen sind überrascht..."
    Dann sind das keine Ökonomen sondern Praktikanten.
    Die meisten Leser reden schon seit Wochen von Blasenbildung an den Börsen. Dazu noch die westlichen False-Flag-Operationen in der Ukraine, das ausser Kontrolle geratene Hantieren mit dem Ebolavirus als biologische Waffe in Sierra Leon, die Angriffe gegen Syrien, das Erstarken von IS durch die ehemalige westliche Unterstützung, ...

  • Naja, Unglückskanzlerin Merkel hat sicher unter dem Druck der USA das Ihrige beigetragen mit den Sanktionen gegen Russland.

  • Welche Ökonomen wurden befragt?
    Mir ist nicht klar warum immer diese Krisenherde herhalten müssen, für alles was schlecht läuft in der Wirtschaft. Was wenn wir uns einfach in einem Zyklus befinden und das Wachstum auf Pump nun wieder abklingt.

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