Auftragsplus
Hoffnungsschimmer für die US-Wirtschaft

Auch wenn die US-Industrie im Mai unerwartet viele Aufträge einsammelte, ist die größte Volkswirtschaft der Welt von einer Erholung noch weit entfernt. Die Wirtschaft wächst schlicht „frustrierend langsam“, sagt die Fed.
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WashingtonDie Bestellungen für langlebige Güter wie Maschinen und Fahrzeuge stiegen um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Der Einbruch im April fiel mit 2,7 (bisher: 3,6) Prozent zudem schwächer aus als angenommen. Das Auftragsplus ist vor allem dem Flugzeugbauer Boeing zu verdanken, bei dem 27 Flugzeuge bestellt wurden. Im April waren es nur zwei. Auch die Nachfrage nach Autos zog an.

Die US-Wirtschaft hat sich im zudem im ersten Quartal etwas stärker erholt als zunächst erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg von Januar bis März mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,9 Prozent, wie aus endgültigen Berechungen hervorgeht. Bislang war von plus 1,8 Prozent die Rede gewesen. Ende 2010 waren es noch 3,1 Prozent. „Wir hatten zu Jahresbeginn eine Menge negativer Schlagzeilen, erst hohe Ölpreise, dann Japan und höhere Preise durch den schwachen Dollar“, sagte der US-Chefvolkswirt der Swiss Re, Kurt Karl. „Aber ich gehe davon aus, dass all dies nur vorübergehender Natur war.“

Trotz rekordniedriger Zinsen erholen sich die USA langsamer als erwartet von der schwersten Krise der Nachkriegszeit. Die Wirtschaft wachse „frustrierend langsam“, klagte Notenbankchef Ben Bernanke und warnte: „Der wirtschaftliche Gegenwind könnte stärker und hartnäckiger sein als ursprünglich erwartet“. Die USA leiden besonders unter der hartnäckig hohen Arbeitslosigkeit.

Die Furcht vor einer anhaltenden Schwächephase der US-Wirtschaft hatte der Wall Street am Donnerstag noch überwiegend Verluste eingebrockt. Den Börsianern drückten noch immer die skeptischen Äußerungen von Fed-Chef Bernanke aufs Gemüt - dieser hatte am Mittwoch vor einer schleppenden Erholung gewarnt, ohne gleichzeitig neue Unterstützung durch die Notenbank in Aussicht zu stellen.

Für 2011 sei nur noch ein Wachstum zwischen 2,7 und 2,9 Prozent zu erwarten, hatte die Fed am Mittwoch erklärt. Im April war noch eine Zunahme von 3,1 bis 3,3 Prozent vorausgesagt worden - im Januar hatte die Prognose sogar zwischen 3,4 und 3,9 Prozent gelegen. „Wir haben keine präzise Erkenntnis, warum diese niedrigere Wachstumsrate so beharrlich ist“, sagte Bernanke.

Vor allem die schlechten Daten auf dem Jobmarkt zeugen von einer Schwächephase der US-Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote war zuletzt wieder auf 9,1 Prozent gestiegen. Nach der neuesten Notenbank-Schätzung wird sie sich in diesem Jahr zwischen 8,6 und 8,9 Prozent einpendeln - und damit höher liegen als zuvor angenommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Auftragsplus: Hoffnungsschimmer für die US-Wirtschaft"

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  • Und ich sage, die Notenbank spielt falsch. Sie soll mal darlegen, wo das liebe schöne nachgedruckte Geld geblieben ist. Auf jeden Fall dürfte der heimische Arbeitsmarkt wenig davon abbekommen haben.

  • Die FED sagt......das korrupteste Privatbanksterkartell der Welt sagt.....
    Die Wirtschaft "wächst" dort in den Boden !
    Was soll dieser dumme Artikel ??

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