Aufwärtstrend
Japans Industrie produziert auf Rekordniveau

Im vergangenen Monat ist die Industrieproduktion Japans auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Obendrein wird erwartet, dass sicht der Aufwärtstrend fortsetzt. Der neue Ministerpräsident des Landes verspricht obendrein eine Haushaltssanierung.

HB TOKIO. Der Produktionsindex zog dank der robusten Nachfrage im Ausland nach japanischen Autos, Elektronikprodukten und Maschinen um saisonbereinigt 1,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat an, wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie am Freitag mitteilte. Im Berichtsmonat August stiegen zudem die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent zum Vorjahr an und damit im dritten Monat in Folge, was auf ein Ende der Deflation hindeutet. Sollte auch der am Montag anstehende Tankan-Bericht der Zentralbank zum Wirtschaftsklima wie erwartet positiv ausfallen, halten Ökonomen eine Zinsanhebung zum Ende des Geschäftsjahrs (31. März) für möglich.

Japans Industrieunternehmen erwarten für September einen leichten Rückgang der Produktion um 0,1 Prozent und für Oktober wieder einen Anstieg um 1,8 Prozent. Der Aufwärtstrend dürfte sich fortsetzen, hieß es. Der anstehende Tankan-Quartalsbericht der Bank von Japan (BoJ) dürfte nach Einschätzung von Ökonomen zeigen, dass die Unternehmen ihre Investitionen so stark aufstocken wollen wie seit Jahren nicht mehr. Wie die Regierung weiter mitteilte, verharrte die Arbeitslosenquote im August unverändert zum Vormonat bei 4,1 Prozent. Auf 100 Arbeitssuchende kamen 108 offene Stellen. Die Zahl der neuen Stellenangebote stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,6 Prozent.

Neuer Ministerpräsident verspricht Haushaltssanierung

Der neue japanische Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte unterdessen an, in seiner Amtszeit die Ausgaben des Staates drosseln und so den Haushalt sanieren zu wollen. Details zu einer möglichen Steuerreform präsentierte der Politiker am Freitag in seiner ersten Rede vor dem Parlament nicht. Er bekräftigte seinen Wahlspruch, dass es keine finanzpolitischen Reformen ohne Wachstum geben werde und kündigte an, sich in besonderem Maße um Verwaltungsreformen zu bemühen. Es solle ein starker und handlungsfähiger Regierungsapparat geschaffen werden, der einfach und effizient arbeite. Eine Anhebung der Steuern käme nur in Frage, wenn eine Ausgabenkürzung sowie das Vorantreiben von Reformen nicht zur Finanzierung der steigenden Kosten der Sozialversicherung ausreichten.

Abe sagte, er werde auch eine Reform der Mehrwertsteuer im Auge behalten. Details nannte er nicht. In Japan gibt es eine hitzige Debatte darüber, wann und um wie viel die Mehrwertsteuer erhöht werden soll. Derzeit liegt der Satz bei fünf Prozent. Angesichts der hohen Staatsverschuldung in Japan erscheint eine Anhebung zunehmend unausweichlich.

Abe war am Dienstag vom Parlament zum neuen Regierungschef gewählt worden. Mit 52 Jahren ist der jüngste Ministerpräsident Japans seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie sein Vorgänger Junichiro Koizumi gehört Abe der liberaldemokratischen LDP an.

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