August-Daten
US-Arbeitslosenquote steigt überraschend stark

In den USA ist die Arbeitslosenquote im August überraschend stark gestiegen. Die Quote sei von 5,7 Prozent im Vormonat auf 6,1 Prozent geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Das ist der höchste Stand seit September 2003.

HB WASHINTON.Volkswirte hatten zuvor mit einem Anstieg auf 5,8 Prozent gerechnet. Der deutsche Aktienmarkt reagierte mit Kursverlusten von 60 Punkten auf die Daten.

Die US-Wirtschaft baute zugleich den achten Monat in Folge Stellen ab. Im August fielen insgesamt 84 000 Jobs weg. Im Vormonat hatte es bereits ein Minus von 60 000 gegeben.

Das gemeldete Stellenminus liege zwar noch einigermaßen im erwarteten Rahmen, die Arbeitslosenquote sei jedoch "schlimm". Volkswirte hatten mit einem Rückgang der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 75 000 gerechnet, eine verglichen mit früheren Abschwungphasen niedrige Zahl. "Einige Bank-Schätzungen hatten auch schon Zahlen um die 100 000 ausgerufen", sagte der Händler weiter.

Die Prognosen seien nach dem schwachen ADP-Arbeitsmarktbericht und den wöchentlichen Erstanträgen im Wochenverlauf nach unten revidiert worden. Die gesondert ermittelte Arbeitslosenquote fiel allerdings höher aus als erwartet. "Das ist die wirklich belastende Nachricht", sagte ein Händler.

Der Beschäftigungsabbau für die Vormonate Juni und Juli wurde zudem deutlich höher als bislang ausgewiesen. Insgesamt seien in den beiden Vormonaten 58 000 Stellen mehr als bisher errechnet abgebaut worden. Demnach lag der Beschäftigungsabbau im Juni mit 100 000 Stellen fast doppelt so hoch als zuvor mit 51 000 Stellen ausgewiesen. Der Abbau für Juli wurde von 51 000 auf nunmehr 60 000 Stellen revidiert.

Damit wächst die Sorge vor einer Rezession der weltgrößten Volkswirtschaft. „Der Arbeitsmarktbericht hat einmal mehr klar gemacht, dass die Lage sehr kritisch ist“, sagte LBBW-Ökonom Jürgen Becker. 2009 werde die Arbeitslosenquote voraussichtlich über die Marke von sieben Prozent steigen. US-Experten erwarten, dass die Wirtschaft im laufenden Sommerquartal schrumpft. „Wir könnten uns bereits in einer Rezession befinden“, sagte der Chefvolkswirt von Nomura Securities, David Resler.

Die deutschen Anleihen bauten nach dem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht ihre Kursgewinne aus. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte am Nachmittag auf sein Tageshoch von 115,80 Punkte. Vor dem Arbeitsmarktbericht hatte der Future noch bei 115,49 Punkten notiert.

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