Ausbildungsmarkt
Arbeitgeber: Niedrige Azubi-Entgelte schaffen mehr Lehrstellen

Die positive Bilanz 2007 am Lehrstellenmarkt ist nach Überzeugung der Arbeitgeber maßgeblich von den niedrigen Ausbildungsvergütungen ermöglicht worden. "Die Vergütung macht einen Großteil der Kosten einer Ausbildung aus. Gerade bei zusätzlicher Ausbildung ist das oft ein entscheidender Faktor", sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt dem Handelsblatt.

BERLIN. Nach dem jüngsten Berufsbildungsbericht sind die Azubi-Vergütungen in den Jahren 2000 bis 2006 noch weniger gestiegen als die Tariflöhne. Im Westen erhielten Azubis 2007 im Schnitt 644 Euro pro Monat, im Osten waren es 551 Euro.

Zugleich bekräftigte Hundt seine Kritik am geplanten Ausbildungsbonus: "Damit würde in erheblichem Umfang normale Ausbildung gefördert – Mitnahmeeffekte und Fehllenkungen auf dem Ausbildungsmarkt sind zu erwarten." Der Bonus müsse daher "auf leistungsschwache Altbewerber mit individuellen personen- und eignungsbezogenen Vermittlungshemmnissen begrenzt werden, die ohne zusätzliche Hilfe keine Chance auf einen Ausbildungsplatz haben", sagte Hundt.

Auch der DGB kritisiert die Gestaltung des Bonus, der nach dem Plan der Bundesregierung 4 000 bis 6 000 Euro betragen und für Altbewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss und der Abschlussnote „Ausreichend“ in Deutsch oder Mathematik gezahlt werden soll. Für Schulabgänger mit besseren Noten oder höheren Schulabschlüssen und nach zweijähriger Wartezeit liegt die Förderung im Ermessen der Behörden.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin
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