Ausblick für 2012
Rösler sieht Wirtschaft „bestens gerüstet“

Experten zeigen sich optimistisch für 2012. Bundeswirtschaftsminister Rösler (FDP) lobt die deutschen Unternehmen. Der Aufsichtsratschef von Roland Berger, Burkhard Schwenker, erwartet ein Wachstum von drei Prozent.
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BerlinTrotz der Euro-Krise hält Bundeswirtschaftsminister  Philipp Rösler (FDP) den Standort Deutschland für das kommende Jahr gut aufgestellt. „Unsere Wirtschaft zeigt sich  ausgesprochen robust, auch wenn das wirtschaftlich Umfeld sowohl auf internationaler als auch auf europäischer Ebene schwieriger geworden ist“, sagte Rösler dem Handelsblatt. Die Binnenwirtschaft stütze mehr und mehr das Wachstum.

Rösler hält die Unternehmen für wirtschaftlich stark genug, um  „zuversichtlich in die Zukunft“ zu blicken. „Wir sind  bestens gerüstet, um die zu erwartende wirtschaftliche Eintrübung im Winterhalbjahr zu bewältigen“, sagte Rösler. Es komme jetzt auch darauf an, die Wachstumskräfte im kommenden Jahr weiter zu stärken.

„Hierbei kommt zum Beispiel der Sicherung der Fachkräftebedarfs und der Konsolidierung des Staatshaushalts eine wichtige Rolle zu“, sagte der Bundeswirtschaftsminister. Als Grund für die Entwicklung nannte Rösler die strukturellen Reformen in der Vergangenheit, denen der damit ausgelöste Aufschwung am Arbeitsmarkt zu verdanken sei.

Basisdaten Deutschland

Quelle: Information Research

Auch der Aufsichtsratschef der Strategieberatung Roland Berger, Burkhard Schwenker, widersprach im Magazin „Focus“ dem zunehmenden Konjunktur-Pessimismus. Schwenker erwartet für 2012 in Deutschland ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent. „Das ist ambitioniert, aber durchaus machbar“, sagte Schwenker dem Blatt.

Der ausgesprochen gute Arbeitsmarkt stütze in Deutschland den Konsum. Europa sei auf dem Weg zu einer schlagkräftigen Finanz- und Wirtschaftseinheit. Die USA dürften im Jahr des Präsidentschaftswahlkampfs merklich anziehen, so Schwenker. In China, Indien, Russland und Brasilien werde die Konjunktur halten und Deutschland beflügeln. „Eine Volkswirtschaft ist nur so stark wie ihre Unternehmen“, sagte Schwenker. „Unsere Firmen sind stark wie nie, technologisch gut, gut geführt und können international sehr flexibel agieren.“

Wie der „Focus“ vorab ohne Angaben von Quellen berichtet, überarbeite die Regierung derzeit ihre Wachstumsprognose und werde Mitte Januar einen niedrigeren Wert präsentieren. Die Bundesregierung geht gegenwärtig offiziell noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent im kommenden Jahr aus. Das Bundeswirtschaftsministeriums widersprach zwar am Montag dieser Darstellung. Die meisten Experten halten jedoch diese Prognose mittlerweile für zu optimistisch und erwarten eine Senkung.

Zahlreiche Wirtschaftsforscher hatten in den vergangenen Wochen vor allem wegen der Folgen der Schuldenkrise bereits ihre Prognosen gesenkt. Das Münchener Ifo-Institut rechnet 2012 nun etwa mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr noch um drei Prozent zugelegt hatte. Die Experten des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erwarten gar ein Schrumpfen um 0,1 Prozent.

Die Präsidenten der führenden Wirtschaftsverbände sind sich jedoch einig, dass Deutschland entgegen mancher Unkenrufe 2012 nicht in eine Rezession abgleiten wird. Die andauernde Schuldenkrise im Euro-Raum werde den Wachstumszug zwar fühlbar verlangsamen, nicht aber entgleisen lassen, erklärten die Präsidenten des Industrieverbandes BDI, des Handwerksverbandes ZDH, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK sowie des Handelsverbandes BGA in einer Reuters-Umfrage.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ausblick für 2012: Rösler sieht Wirtschaft „bestens gerüstet“"

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  • hochdotiert, das kann man wohl sagen! für was ? für einen kleiderständer, der einen unerträglichen PR-Mist faselt.

  • Die Zukunft ist bereits verspielt.

  • Diese Aussage eines unfähigen Ministers soll die Negativmeldungen vergessen machen. Wie die Chefin des Kabinetts, ist die ganze Mannschaft nur noch eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre könnte ich lachen. Es wird unsere Zukunft verspielt!

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