Ausblick für 2014
Deutsche Wirtschaft erwartet Rekord beim Export

Die deutsche Wirtschaft rechnet für 2014 mit einem kräftigen Plus bei den Ausfuhren. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Sie warnen vor den Folgen von hoher Verschuldung und Niedrigzinspolitik.
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Berlin/KielDie deutsche Wirtschaft rechnet im kommenden Jahr mit einem neuen Exportrekord. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe) erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für 2014 einen Exportumsatz von 1,45 Billionen Euro. Dies wäre ein Plus von mehr als vier Prozent im Vergleich zu 2013. "Das sichert Jobs in Deutschland", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem Blatt. Nach seinen Angaben arbeitet "jeder Dritte mittlerweile für den Export".

Die Entwicklung könnte der Debatte um den deutschen Exportüberschuss neue Nahrung geben. Vor kurzem hat das US-Finanzministerium in einem Bericht scharfe Kritik am deutschen Wirtschaftsmodel und der hohen Exportabhängigkeit geübt. Der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, hält diese Diskussion für unredlich. Ein Systemfehler besteht aus seiner Sicht darin, dass sich Länder mit hohen Schulden kurz- und mittelfristig einen unerschwinglichen Lebensstandard erlauben können. „Und dann will man das Problem lösen, indem Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit drosseln soll, damit sich andere erholen können.“

Das sei nicht plausibel, sagte Snower zu Kritik am deutschen Exportüberschuss. „Besser wäre, den Systemfehler anzugehen und transparente Insolvenzkriterien für Länder einzuführen: „Ein Land, das bei Einhaltung seiner Fiskalregel pro Kopf nicht wächst, ist meines Erachtens insolvent.“ Ihm könnte die EZB kein Geld borgen; es müsste seine Finanz- und Realwirtschaft restrukturieren.

Der Ökonom sieht 2014 große Risiken für die internationale Konjunktur. „Das liegt zum einen daran, dass die Geldpolitik extrem expansiv ist“, sagte Snower der Deutschen Presse-Agentur. „Und wir haben die Möglichkeit einer weiteren Finanzkrise nicht gebannt, weil wir die Anreize bei den systemrelevanten Finanzinstitutionen nicht geändert haben.“ Diese könnten weiter in guten Zeiten Gewinne einstreichen und sich in schlechten darauf verlassen, dass der Steuerzahler sie rettet. Wegen der hohen Verschuldung könne das System zusammenbrechen.

„Zudem haben wir das Problem der finanziellen Monokultur“, sagte Snower. Viele Finanzinstitutionen machten mehr oder weniger dasselbe. „Die Fragilität des Systems hat nicht nur damit zu tun, dass Unternehmen too big to fail sind. Es gibt auch Unternehmen, die too common to fail sind.“ Wenn jeder dasselbe mache, könne es einen Einbruch geben, wenn die Geschäfte nicht nachhaltig genug aufgestellt sind, erläuterte der IfW-Präsident.

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  • @John ...und die 524 Milliarden, die die EZB an Anleihekäufe getätigt hat, kommen dazu.

    Der Euro ist schon heute zu teuer für den USD. Kurzfristig dürfte der Euro auch noch weiter steigen denn im Frühjahr streiten die Republikaner wieder mit der US-Regierung um die Anhebung der Schuldenobergrenze. Dann wird wieder viel Vertrauen in den USD verloren gehen.

    Diesen US-Dollar bekommen wir dann auch nur wieder nach unten, wenn wir im Euroraum auch wieder schlechte Nachrichten produzieren. Wieder Griechenland? Oder dieses Mal Italien? Welches Euro-Land stolpert als nächstes für einen niedrigen Euro?

    Dann haben wir noch das ganz große Problem mit Japan. Die Neuverschuldung von Japan und den USA zusammen wird uns in Europa zwingen es ebenso zu tun, wenn wir die Konvergenz der Währungen für einen guten Export halten wollen.

    Im Ergebnis kann man zusammenfassen, dass unser Exporterfolg währungsseitig betrachtet aus einer seit Jahren andauernden Abwärtsspirale an schlechten Nachrichten und schlechtem neuem Geld besteht.

    Und diese trügerische Stille aus China. Die Wirtschaft ist dort sehr stark schuldengetrieben und die Wachstumsraten sind dagegen mit Sorge zu betrachten. Politisch macht der seit Jahren stärker werdende Streit mit den Japanern wegen drei lächerlicher Inseln und angeblicher Rohstoffe Probleme. Die Militäraufrüstungen beider Länder sind gestiegen. Beide Länder sind bekannt für eine stark eigennützige Außenpolitik. China verfügt über gigantische US-Dollar-Reserven. Was wäre da besser als Waffeneinkäufe? Die USA und andere Wirtschaftsnationen werden in Zeiten des schlechten Geldes gerne Rüstungsgut verkaufen. Asien ist das politische Überraschungspaket in 2014/15 und wir exportieren gerade nach China sehr viel.

    Es scheint so zu ein, dass in Folge von schlechten Nachrichten und schlechtem Geld, dann auch noch schlecht Wirtschafsgüter produziert werden - sehr spekulative Aussage, wir werden sehen.

  • "Ohne die Niedrigzinspolitik wird Europa nicht aus der aktuelle 30 MILLIONEN EU-ARBEITSLOSE heraus kommen."

    Falsch, MIT diesem Zinssystem wird niemand mehr aus diese Falle rauskommen.
    Das liegt im System, irgendwann machts wusch, und das "Vertrauen" ist dahin. Das ist seit Jahrtausenden so, und wird sich auch nicht ändern.
    Auch in Systemen, in denen es keine Zinsen gibt, ist irgendwann Essig mit automatischer Vermehrung.
    Wird Zeit das die tollen "Starökonomen" und "Top-Ökonomen" sich auch der Globalisierung stellen, denn es ist ein globales, sich selbst immer wieder an die Grenze führendes, System.
    Nur die Grenzen sind noch nicht wirklich bekannt. Schlauer und intelligenter wäre es tatsächlich diese zu definieren, bevor es zu Völkerwanderungen kommt, die kein Mensch, keine Regierung und keine Überwachung mehr kontrollieren kann.
    Aber selbst dazu ist dieses System zu blöd. Es definiert sich über Geld, statt über den Menschen, die Völker, die Staaten und dem friedlichen Zusammenleben.
    Wäre es anders rum, gäbe es keine eingestürzten Fabriken, keine verhunderten Arbeiter und auch keine unnötigen Wanderungen mit Tod und Verelendung zum Geld.
    So einem System vertrauen 7 Millarden Menschen?
    Die Erde "hat" wirklich "homo sapiens". Der größte und gefährlichste Virus für diesen Planeten.

  • Das Prinzip Münchhausen dient als Amüsement, aber nicht zur Realitätsbeschreibung dessen, was mit Deutschland und seinen Arbeitnehmern, Rentnern und Sozialtransferempfängern tatsächlich passiert. Die Deutschen werden von ihren Eliten und deren Mietmäulern besoffen gemacht, um ja nicht das Kind beim Namen nennen zu müssen. Die Exportüberschüsse der letzten 10 Jahre sind kein gesamtwirtschaftlicher Erfolg, sondern eine Fata Morgana der Unternehmerverbände und des Mainstreams. Dass trotz bzw. wegen dieser Exportüberschüsse und dadurch erheblicher Handelsbilanzungleichgewichte Europa zum Armenhaus der entwickelten Volkswirtschaften heruntergewirtschaftet wird, lassen unsere einäugigen Betriebswirtschaftler nicht gelten. Herr Wansleben ist völlig unfähig oder will bewusst die makroökonomischen Zusammenhänge nicht kennen. Denn aus der "Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung" (VGR) ist klar ersichtlich, dass wir die Schulden des Auslandes missbrauchen, um "den Deutschen" vorzugaukeln, wir täten das Richtige. Im eigenen Land dagegen steigen Armut und prekäre Beschäftigung. Deutsche Politiker und Unternehmerverbände glauben Wettbewerbsfähigkeit sei ein absoluter Begriff dessen Erreichbarkeit nicht eine Frage ausgeglichener Handelsbilanzen, sondern für alle gleichermaßen durch Kostenreduktion auf der Angebotsseite erreichbar. Dass dieses schon aus logischen Gründen nicht möglich ist zeigt ein Blick auf die saldenmechanische Seite drer Makroökonomie. Diese besagt aus logisch-mathematischen Gründen, dass in einer Volkswirtschaft die Gewinne des einen immer die Verluste des anderen sind. Und die bessere Wettbewerbsfähigkeit des einen immer die schlechteren Wettbewerbsfähigkeit des anderen. Das ist kein ökonomisches Modell aus dem man das ableitet, sondern buchungstechnische Logik. Da muss man nicht für Friedman und gegen Keynes oder umgekehrt sein. Allein diese einfachen Zusammenhänge der VWL begreifen unsere Wirtschaftsführer und Verbandsschranzen nicht. Armes Deutschland.

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