Ausblick
Konjunktur: Südafrika ist eine Baustelle

Südafrika, Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, hofft auf den WM-Konjunkturkick. Noch sind die Aussichten dürftig: Trotz massiver Investitionen in die Infrastruktur sind die Erwartungen der Ökonomen für 2009 getrübt. Das nächste Jahr soll die Wende bringen - warum am Cap die Hoffnungen auf einen Aufschwung ungebrochen sind.

DÜSSELDORF/KAPSTADT. Südafrikas Wirtschaft stockt. Da war der Streik im Baugewerbe des Gastlandes der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 nur der Tropfen auf den heißen Stein. 70 000 Arbeiter hatten ihre Arbeit niedergelegt und drohten, den Zeitplan für die Fertigstellung der Stadien kurzzeitig durcheinanderzubringen. Dabei ist das Turnier die große Hoffnung des Landes am Kap.

Im ersten Quartal 2009 ist die Wirtschaft Südafrikas gegenüber dem Vorquartal aufs Jahr hochgerechnet um 6,4 Prozent geschrumpft und drückte das Land zum ersten Mal seit gut 17 Jahren in die Rezession. Ein herber Rückschlag, nachdem die Wirtschaft in den vergangenen neun Jahren um durchschnittlich fünf Prozent gewachsen war.

Ein Ende der Durststrecke ist nicht abzusehen. Allein die Exporte fielen aufs Jahr hochgerechnet im ersten Quartal 2009 um 55 Prozent - der tiefste Fall seit 1960. Hinzu kommt ein Rückgang der Steuereinnahmen um etwa zehn Prozent. Dies könnte Südafrikas im vergangenen Jahr noch ausgeglichenen Haushalt in ein Defizit von rund sechs Prozent treiben.

Der Grund für die Probleme liegt vor allem in den niedrigen Rohstoffpreisen und der schwachen globalen Nachfrage. Die Erwartungen der Economist Intelligence Unit (EIU) sind daher entsprechend negativ: 2009 wird die Wirtschaftsleistung demnach um 2,2 Prozent zurückgehen, 2010 dann aber wieder um 3,1 Prozent wachsen.

Die Fußball-WM soll den Aufschwung bringen. Im Moment ist ganz Südafrika eine Baustelle. Straßen und Hotels, Flughäfen und Stadien - das Land saniert seine komplette Infrastruktur. Das Ziel: Zum großen Turnier in knapp einem Jahr soll Südafrika sich in neuem Licht präsentieren. Das Turnier soll dem ganzen Land und vor allem seiner Wirtschaft einen Schub geben.

Ökonomen sind optimistisch, dass sich die Fußball-Weltmeisterschaft positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken wird: "Wir erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr um 2,7 Prozent wachsen wird, nach einem Rückgang von voraussichtlich einem Prozent in 2009", sagt Geronimo Mosqueira, Schwellenländerexperte bei der DZ Bank, dessen Prognose damit nicht ganz so schlecht ausfällt wie die der EIU. "Ein Großteil dieses Zugewinns wird auf die WM zurückzuführen sein."

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