Ausfuhren brechen stark ein
Deutsche Export-Aussichten bleiben düster

Die deutschen Exporte sind im Februar wegen der weltweiten Wirtschaftskrise erneut um mehr als ein Fünftel eingebrochen. Ein Experte sprach vom zweitstärksten Rückgang seit Einführung der Statistik 1950. Der Außenhandels-Verband erwartet noch schlechtere Zahlen in diesem Jahr.

HB BERLIN. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 64,8 Mrd. Euro ins Ausland und damit 23,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. „Das ist der zweitstärkste Rückgang seit Einführung der Statistik 1950“, sagte ein Statistiker zu Reuters. Erst im Januar hatte es mit revidiert 23,2 Prozent das bislang größte Minus gegeben.

Nach Einschätzung der Commerzbank bleibt der Außenhandel daher für die deutsche Wirtschaft ein Belastungsfaktor. Die Auftragseingänge aus dem Ausland seien in den letzten Monaten massiv zurückgegangen, heißt es in einer Studie des Bankhauses. Für die kommenden Monate sei daher keine Besserung im Außenhandel abzusehen. Die Ausfuhren belasteten die deutsche Wirtschaft. Sie dürften im ersten Quartal noch einmal stärker gefallen sein als Ende 2008. Allenfalls im zweiten Halbjahr dürfte sich die Lage in den Abnehmerländern stabilisieren. Dann dürften auch die Exporte wieder anziehen, wenn weltweit niedrige Zinsen gerade die Nachfrage nach deutschen Investitionsgütern anrege.

Die Exporte gingen den Angaben zufolge kalender- und saisonbereinigt um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück. Das war bereits das fünfte Minus in Folge. Von Reuters befragte Experten hatte hier einen Rückgang von 3,7 Prozent vorausgesagt. Im Januar war es um 7,4 Prozent nach unten gegangen - das Statistikamt korrigierte damit den ursprünglich ermittelten Wert von minus 4,4 Prozent deutlich nach unten.

Wegen der weltweiten Nachfrageflaute rechnet der Exportverband BGA für 2009 mit einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Gründung der Bundesrepublik 1949.

Die Einfuhren nahmen im Februar um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat ab. Insgesamt wurden Waren im Wert von 56,2 Mrd. Euro importiert. Das waren 16,4 Prozent weniger als im Februar 2008.

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