Ausfuhren
Exporte nach China stiegen 2005 nur marginal

Wachstumsraten um die zehn Prozent – so präsentiert sich die chinesische Wirtschaft seit Jahren. Das rasante Tempo hat nicht nur das Reich der Mitte selbst massiv umgewirbelt, sondern auch eine Vielzahl anderer Länder beeinflusst. So auch die Exportnation Deutschland.

DÜSSELDORF. In den vergangenen Jahren legten die deutschen Ausfuhren in die Volksrepublik stetig zu. Bis 2005 – das sei ein schwieriges Jahr des Übergangs für den deutschen Export nach China gewesen, sagt der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Axel Nitschke. Denn im vergangenen Jahr stiegen die Exporte nur marginal, um gut ein Prozent im Vorjahresvergleich auf 21 Mrd. Euro. Die beiden Säulen des deutschen Auslandsgeschäfts, Kraftfahrzeuge und Maschinen, rutschten gar ins Minus. Dagegen steigerte China seine Exporte in die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone 2005 um mehr als 20 Prozent auf 40 Mrd. Euro. „Insgesamt scheint der chinesische Markt für Investitionsgüter – nach den überaus hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre – erstmal gesättigt“, schlussfolgert die Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai) in einer Studie.

Ausschlaggebend für diesen Wandel sind vor allem zwei Entwicklungen, wie der Autosektor zeigt. So leide „die deutsche KFZ-Industrie unter eher zweifelhaften administrativen Maßnahmen der chinesischen Regierung“, schreibt die Bundesagentur. Es bestehe der Zwang, mit lokalen Partnern Joint Ventures zu schließen. Zudem verlegten deutsche Zulieferer Teile ihrer Produktion nach China und belieferten den Binnenmarkt mit lokal erzeugten Gütern.

Deutsche Unternehmen werden dennoch in den nächsten Jahren von dem temporeichen Wirtschaftswachstum Chinas profitieren, meint DIHK-Chefvolkswirt Nitschke. „Bei der Produktion wissensbasierter Technologien werden die Chinesen sehr bald an ihre Grenzen stoßen und auf deutsche Produzenten angewiesen sein.“

Deutsche liefern Know-how, Chinesen billige Arbeitskräfte – so einfach strukturiert sieht die Handelsbeziehung der Zukunft nicht aus, erwartet der Duisburger Professor für Ostasienwirtschaft, Markus Taube: „Bislang waren Chinesen passive Partner, aber wir werden uns auf stärker intraindustriell geprägte Handelsstrukturen einstellen müssen.“

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