Auslandsnachfrage schrumpfte um 9,4 Prozent
Der Industrie geht die Arbeit aus

Die weltweite Rezession trifft die deutsche Industrie hart. Im Dezember brach der Auftragseingang im Vergleich zum Vormonat um 6,9 Prozent ein, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Das ist das zweitstärkste Minus seit Beginn der Datenerhebung 1991.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Ohne die vielen Großaufträge wäre der Einbruch noch heftiger ausgefallen. Die Auslandsnachfrage schrumpfte um 9,4 Prozent, die im Inland um 4,3 Prozent. Volkswirte hatten nach dem Einbruch im Vormonat mit einem deutlich geringeren Rückgang um 2,3 Prozent gerechnet. Im November waren die Auftragseingänge revidiert um 5,3 Prozent gesunken.

„Der Rückgang der Bestelltätigkeit setzt sich in unvermindertem Tempo fort“, kommentierte das Wirtschaftsministerium die Daten. Die Aussichten für die Industrieproduktion blieben vor diesem Hintergrund für die kommenden Monate „äußerst gedrückt“. Der Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, sagte: „Das verspricht nichts Gutes für das erste Quartal.“ Der Jahresauftakt dürfte ähnlich schlecht verlaufen wie das Schlussquartal. Das Statistische Bundesamt hatte den Rückgang der Wirtschaftsleistung auf 1,5 bis zwei Prozent beziffert. Kommenden Freitag wird eine erste amtliche Zahl für das vierte Quartal veröffentlicht.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, schreibt in seinem Handelsblatt-Konjunkturblog: „Ein Ende der Rezession ist noch nicht in Sicht.“ Es sei wahrscheinlich, dass die Industrieproduktion im ersten Quartal erneut einbrechen werde. Darauf deuteten auch die bereits bekannten Produktionszahlen für die Automobilindustrie hin. Selbst wenn die deutsche Wirtschaft ab der Jahresmitte nicht mehr schrumpfen sollte, dürfte es „lediglich eine blutleere Aufwärtsbewegung“ geben. Dafür sorgten die Häuserpreise, die aus seiner Sicht in den USA und einigen Ländern in Europa noch bis weit in das Jahr 2010 hinein fallen dürften. „Das belastet den Konsum und verdüstert die Absatzchancen der eigentlich gut aufgestellten deutschen Exportindustrie.“

Im Zweimonatsvergleich (November/Dezember gegenüber September/Oktober) ging die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen preis- und saisonbereinigt um 11,6 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die Auftragseingänge im Zweimonatsvergleich November/Dezember um 25,9 Prozent, so das Wirtschaftsministerium.

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