Außenhandel
Deutsche Exporte überraschend stark

Der deutsche Außenhandel ist nach einer Delle wieder auf Wachstumskurs: Die deutschen Exporteure haben im April überraschend viele Waren im Ausland abgesetzt.

HB WIESBADEN. Im April verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 89,8 Milliarden Euro ins Ausland - das waren 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies war der höchste Zuwachs seit knapp eineinhalb Jahren. Zuletzt hatten die Exporte im November 2006 stärker zugelegt.

Die weltweite Nachfrage nach deutschen Waren sei trotz des starken Euro und der Abkühlung der Weltkonjunktur noch hoch, sagte ein Statistiker. Von Januar bis April erhöhten sich die Ausfuhren um 7,7 Prozent auf 342,3 Prozent. Der Branchenverband BGA sagt für das Gesamtjahr ein Exportplus von rund fünf Prozent voraus.

Importiert wurden im April Waren im Wert von 71,0 Milliarden Euro. Das sind 11,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum März sanken die Einfuhren um 2,1 Prozent. Die deutsche Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 18,7 Milliarden Euro.

Analysten beurteilten die Zahlen als gut, sehen aber zum Teil eine "technische Reaktion" zum Vormonat. "Die Chancen sind wegen der zum Vormonat rückläufigen Importe gestiegen, dass der Außenbeitrag stärker zum BIP beitragen kann", sagte Andreas Rees von Unicredit. "Das konjunkturelle Bild hat sich durch die letzten Zahlen allerdings nicht geändert: Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass wir im zweiten Quartal kein BIP-Wachstum sehen, sondern ein Minus haben werden. In den nächsten Monaten werden die Exporte spürbar an Fahrt verlieren."

Marco Bargel von der Postbank meinte dagegen, der Außenhandel könnte die Konjunktur stützen. "Das wäre wichtig, weil beim Bau und bei den Ausrüstungsinvestitionen nach dem guten Jahresauftakt ein Rückschlag droht. Es wäre gut, wenn das von außen kompensiert werden könnte. Ein leicht positives Wirtschaftswachstum ist möglich."

Auch Matthias Rubisch von der Commerzbank sieht einen guten Start ins zweite Quartal. "Der Außenhandel wird einer der wenigen Bereiche sein, die im Frühjahr das Wirtschaftswachstum stützen werden. Besonders in Osteuropa, dem Nahen Osten und Asien laufen die Exporte noch sehr gut. Die Importe sind dagegen schwächer und deuten auf eine geringere Binnennachfrage hin."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%