Außenhandel
Exportwirtschaft verliert Dynamik

Die deutschen Exporte haben im September ebenso wie im gesamten dritten Quartal erneut zugelegt. Trotzdem nimmt die Dynamik insgesamt ab: Gegenüber September 2006 stiegen die deutschen Ausfuhren um 3,3 Prozent – den tiefsten Wert seit Frühjahr 2005.

doh FRANKFURT. Im Vormonatsvergleich stiegen die Ausfuhren um 0,7 Prozent. Die Einfuhren sanken dagegen um 2,6 Prozent, meldeten die Bundesstatistiker am Donnerstag. Trotzdem verzeichnet die Exportwirtschaft eine insgesamt abnehmende Dynamik, zeigt der Vorjahresvergleich: Gegenüber September 2006 stiegen die deutschen Ausfuhren um 3,3 Prozent – den tiefsten Wert seit Frühjahr 2005.

Von einem „herben Rückgang“ sprach der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner. Ausschlaggebend für die Abschwächung dürften unter anderem die immer neuen Höhenflüge des Euro sein, die auf dem Exportgeschäft mit den Nicht-EU-Ländern lasten. Daher bleibe die Nachfrage aus der Europäischen Union (EU) eine „wichtige Stütze für das deutsche Exportgeschäft“, sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Axel Nitschke.

In die EU-Mitgliedstaaten wurden im September Waren im Wert von 52,6 Mrd. Euro versandt und Waren im Wert von 41,9 Mrd. Euro bezogen. Damit wurden verglichen mit dem September des Vorjahres 8,2 Prozent mehr Waren in die EU versandt und 4,4 Prozent mehr Waren aus der EU bezogen. Dagegen sanken die Exporte in die so genannten Drittländer, Länder außerhalb der EU, im September im Vorjahresvergleich um 4,6 Prozent, die Importe von dort gingen um 8,4 Prozent zurück.

Vor allem vor dem Hintergrund des hohen Euros und der Energiepreise müsse die Entwicklung der nächsten Monate nun genau verfolgt werden, kündigte BGA-Präsident Börner an. Von einem fortdauernden Einbruch zu sprechen, ist aus seiner Sicht allerdings „verfrüht“. Denn im Vergleichsmonat des Vorjahres sei das Exportwachstum überdurchschnittlich hoch gewesen.

Insgesamt dürfte der deutsche Außenhandel im dritten Quartal aber einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet haben. Bankvolkswirte rechnen mehrheitlich mit einem Zuwachs von etwa 0,7 Prozent im dritten Vierteljahr. Wie schnell die deutsche Volkswirtschaft von Juli bis September tatsächlich gewachsen ist, gibt das Statistische Bundesamt kommende Woche in einer ersten Schnellmeldung bekannt. Details folgen Ende des Monats.

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