Außenhandelspräsident
Börner warnt vor Inflation durch Währungsstreit

Außenhandelspräsident Anton Börner befürchtet, dass die Volkswirtschaften Europas im internationalen Währungsstreit Opfer eines Abwertungswettlaufs zwischen den USA und China werden könnten. Eine Einigung auf eine neue Weltwährungsordnung und damit eine Lenkung der Wechselkurse hält er für höchst unwahrscheinlich.
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HB BERLIN. Wenn die USA den Dollar weiter inflationierten und die Chinesen ihren Yuan nicht aufwerteten, „dann würde das zu einem Aufwertungsdruck auf den Euro führen, was die EZB veranlassen muss, auch eine Politik des leichten Geldes zu gehen“, warnte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). „Damit wäre dann ein weltweites Inflationsszenario gegeben.“ „Für uns, die Europäer, wäre das definitiv schlecht“, so Börner. Allerdings drohe ein solches Szenario sicher noch nicht ganz kurzfristig.

Wenig Hoffnungen setzt der deutsche Außenhandelspräsident in die internationalen Bemühungen für eine Neuordnung des globalen Währungssystems oder zumindest eine stärkere Lenkung der Wechselkurse über mehr Kooperation. „Ich glaube nicht daran, denn ich denke, die Interessenkonflikte zwischen dem Westen und den Schwellenländern sind so groß - da wird man sich nicht einigen“, sagte er.

Auch mehr Zusammenarbeit erwarte er letztlich nicht. „Die Kooperation hat ihre Grenzen. Weltweit sehe ich das nicht“, sagte Börner. Vor allem werde man zwischen den USA und China keinen Konsens herstellen können. Allerdings hoffe er, dass der scharfe Ton der Auseinandersetzung zwischen den USA und China nachlässt. „Ich sehe das stark unter dem Gesichtspunkt der Wahlkampfrhetorik in den USA“, sagte Börner. Er hoffe darauf, dass dieser Streit sich beruhige.

Einen starken Dollar erwartet Börner jedenfalls in absehbarer Zeit nicht mehr. Es werde sich wohl ein Euro/Dollar-Kursverhältnis zwischen 1,38 und 1,48 einpendeln. Diese Schwankungsbreite sei komfortabel. „Da können alle mit leben, wir übrigens auch“, erklärte Börner. Wichtig sei, dass es nicht zu schnellen, radikalen Änderungen am Währungssystem komme. „Insofern denke ich, dass die Vernunft obsiegt.“ Aber steuerbar sei das Währungsgeschehen nur bedingt.

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  • Wichtig sei, dass es nicht zu schnellen, radikalen Änderungen am Währungssystem komme. „insofern denke ich, dass die Vernunft obsiegt.“ Aber steuerbar sei das Währungsgeschehen nur bedingt.

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