Außenwirtschaft
DIHK warnt vor Protektionismus

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit einer längeren Durststrecke im Auslandsgeschäft. Der Protektionismus vieler Länder in der Krise schafft nach Meinung des DIHK-Außenwirtschaftschefs Axel Nitschke zusätzliche Hemmnisse für die Erholung des Handels.
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HB BERLIN. Trotz der sich stabilisierenden Exporte sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) keine rasche Erholung der Außenwirtschaft. Schuld sei der wachsende Protektionismus. Die Weltwirtschaft werde aber nur dann schnell wieder Tritt fassen, wenn es gelinge, über ein WTO-Abkommen die Märkte weltweit zu öffnen, sagte der DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitschke der "Berliner Zeitung" (Montag-Ausgabe). Gerade jetzt sorge aber die Politik nicht für die notwendigen Impulse durch eine liberale internationale Handelspolitik, kritisierte er.

Nitschke forderte die neue Regierung auf, sich weiter für eine Einigung der Welthandelsorganisation (WTO) auf den Abbau von Handelshemmnissen einzusetzen. "Dies wäre für den Start des kommenden Jahres das richtige Signal." Denn für eine wirklich tragende Erholung fehle noch der nötige Schub. Laut einer aktuellen DIHK-Umfrage sehen sich derzeit zwei Drittel der Unternehmen im Auslandsgeschäft mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert. So würden heimische Anbieter bei Ausschreibungen im Zuge von Konjunkturprogrammen bevorzugt.

Die EU-Länder dominieren den Außenhandel der deutschen Firmen: Sie sind für 9 von 10 exportorientierten Unternehmen die Hauptzielregion. Dahinter folgen mit großem Abstand Asien und Osteuropa. Praktisch unbeeinträchtigt laufen die Geschäfte derzeit mit der Schweiz und Österreich. Besonders trübe sieht es dagegen in osteuropäischen Staaten wie Lettland, Estland und der Ukraine aus. Kleinere Betriebe leiden am meisten unter der Krise, während bei größeren die Stimmung deutlich besser ist. Angesichts des weltweiten Wirtschaftseinbruchs haben die meisten Mitgliedsfirmen eigene neue Investitionen im Ausland zurückgestellt.

Mit Blick auf die Perspektiven in den nächsten 2 bis 5 Jahren kommt der DIHK zu dem Schluss, dass die große Euphorie, die noch in den Vorjahren mit dem Auslandsgeschäft verbunden war, ist derzeit verflogen ist. Trotzdem seien angesichts der sich abzeichnenden Erholungstendenzen die Optimisten in der Überzahl. Mittelfristig sehen die Firmen insbesondere in Indien, Brasilien und China gute Chancen, ihre Geschäfte auszubauen. Ganz unten auf dieser Liste steht dagegen eine ganze Reihe von EU-Ländern wie Irland, Griechenland und Portugal.

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