Außenwirtschaft
Exporteure starten stark in 2007

Nachdem der deutsche Außenhandel im vergangenen Jahr den dritten Rekordüberschuss in Folge eingefahren hat, startete er auch fulminant in das laufende Jahr. Das geht aus bislang unveröffentlichten Daten für die Monate Januar bis März hervor.

doh DÜSSELDORF. Die deutsche Außenwirtschaft ist fulminant in das laufende Jahr gestartet. Im ersten Quartal steigerte sie ihren Außenhandelsüberschuss, also der Saldo aus Ausfuhren minus Einfuhren, um 22,4 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das geht aus bislang unveröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.

Im zurückliegenden Gesamtjahr fuhren deutsche Unternehmen im grenzüberschreitenden Handel einen Rekordüberschuss von 164,6 Mrd. Euro ein. Das teilten die Bundesstatisiker gestern basierend auf vorläufigen Ergebnissen mit und korrigierten damit frühere Meldungen leicht nach oben. Bei der ersten Meldung im Februar war das Amt noch von einem Überschuss um 161,9 Mrd. Euro ausgegangen.

„Die deutschen Ausfuhren haben damit im vergangenen Jahr die Einfuhren wertmäßig um 22,5 Prozent übertroffen“, heißt es nun. Das größte Handelsbilanzplus in Höhe von 29,5 Mrd. Euro erzielten die Unternehmen im Warenverkehr mit den USA. Kräftige Überschüsse verbuchten sie auch gegenüber Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien und Österreich. Im Minus war hingegen die Handelsbilanz mit China, Norwegen, Irland und Japan.

Die stärksten Abnehmer von Waren „made in Germany“ waren von Januar bis März 2007 Frankreich, die USA und Großbritannien. Diese Rangfolge besteht seit vielen Jahren: Die Nachfrage nach deutschen Gütern ist bereits seit 1961 aus Frankreich am größten. Die USA stehen seit 1997 an zweiter Stelle, das Vereinigte Königreich belegt seit 1996 Rang drei.

Trotz des gesteigerten Außenhandelsüberschusses leistete der Außenbeitrag im ersten Quartal im Vorquartalsvergleich einen negativen Wachstumsbeitrag von minus 2,0 Prozentpunkten. Zwar wurde mehr importiert als im Schlussquartal 2006, zeitgleich aber weniger exportiert. Diese Entwicklung ist dem Statistischen Bundesamt zufolge allerdings maßgeblich durch die Überzeichnung der Exporte im vierten Quartal 2006 auf Grund von Nachmeldungen zu erklären. Auch Volkswirte sprachen von einer „technischen Verschnaufpause“.

Nach wie vor profitiert die deutsche Exportwirtschaft von einem günstigen außenwirtschaftlichen Umfeld. Daher könnten die deutschen Exporte im laufenden Jahr um bis zu zehn Prozent zulegen, nach 12,4 Prozent im vergangenen Jahr, schätzte der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) in seinem letzten Außenwirtschaftsreport im April.

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