Auswirkungen der Immobilienkrise
Weltwirtschaft steckt Finanzkrise weg

Der konjunkturelle Aufschwung der Weltwirtschaft wird sich im kommenden Jahr dank dynamischer Schwellenländer weiter fortsetzen, wenn auch mit geringerem Tempo als zuletzt. Der Grund für die Einschränkung: Die konjunkturellen Risiken haben sich wegen der amerikanischen Immobilienkrise erhöht.

HB WASHINGTON/BERLIN. Das prognostizieren führende Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten, das dem Handelsblatt bereits vorliegt. Das Gutachten wird heute der Bundesregierung vorgestellt.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem World Economic Outlook (WEO). Verglichen mit seiner Prognose für 2008 aus dem Juli hat der Fonds seine Einschätzung zwar um 0,4 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Doch mit einem erwarteten Wachstum der Weltwirtschaft von 4,8 Prozent im nächsten Jahr sind die Vorzeichen noch immer überaus positiv.

Getragen wird ein Gutteil des Wirtschaftswachstums weiterhin von der Dynamik in den großen Schwellenländern China, Indien und Russland. Das hob IWF-Volkswirt Simon Johnson hervor, der gestern die Analyse des Fonds vorstellte. Diese drei Länder alleine haben schon im Vorjahr die Hälfte des Weltwirtschaftswachstums geleistet.

Auch im Euro-Raum dürfte die Abschwächung „moderat“ ausfallen, prognostizieren die Institute. Die Euro-Aufwertung wirke zwar dämpfend und die Geldpolitik nicht mehr expansiv. Von der Finanzpolitik gingen 2008 aber keine bremsenden Effekte mehr aus. In Großbritannien und Japan gehe das Expansionstempo 2008 im Vergleich zu diesem Jahr auch zurück, von einem konjunkturellen Einbruch könne aber nicht gesprochen werden.

Sowohl in der Analyse des IWF als auch dem Gutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute schwingt die Sorge mit, dass das volle Ausmaß der Risiken durch die Immobilienkrise noch immer nicht klar abzusehen ist. So heißt es in dem Herbstgutachten der Forschungsinstitute, dass die Probleme an den Finanzmärkten zwar „in den kommenden Wochen und Monaten abklingen“ dürften. Bedeutsamer aber sei, „dass die Korrektur am Immobilienmarkt in den USA ausgeprägter ist als bislang prognostiziert“.

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