Auswirkungen der Immobilienkrise
Wirtschaftsweise: Deutsche Dynamik wird sich abschwächen

Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro sieht Risiken für die exportorientierte deutsche Wirtschaft durch die Finanzmarktkrise heraufziehen. Gegenüber einer Zeitung sagte sie: „Der Aufschwung hat den Höhepunkt überschritten.“

HB BERLIN. Die Online-Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“ zitierte die Beraterin der Bundesregierung am Sonntag mit den Worten, die amerikanische Immobilienkrise könne gravierendere Auswirkungen auf die Weltkonjunktur haben als bisher angenommen. „Ohnehin wird sich die deutsche Dynamik abschwächen, der Aufschwung hat den Höhepunkt überschritten“.

Industrie und Außenhandel hatten einen verhaltenen Start ins zweite Halbjahr hingelegt. Die Firmen stellten im Juli 0,2 Prozent mehr her als im Juni. Das gesamte produzierende Gewerbe aus Industrie, Energie und Bauwirtschaft kam auf ein noch magereres Plus von 0,1 Prozent.

Die reale Krise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt werde die Weltwirtschaft noch geraume Zeit in Atem halten, sagte Weder di Mauro voraus. Die Vertrauenskrise auf den Finanzmärkten könne jedoch bald vorüber sein, wenn die Verluste offengelegt und realisiert würden. Die Reaktion der Zentralbanken, den Markt mit Liquidität zu versorgen, sieht die Professorin als die richtige Maßnahme in der kurzen Frist an. Längerfristige geldpolitische Entscheidungen müssten davon abhängen, wie die Konjunktur und der Preisdruck von der Krise beeinflusst werden.

Die bedeutendsten Risiken für die Weltkonjunktur seien in den USA zu suchen. Diese seien in den momentanen Prognosen noch nicht genügend reflektiert, da viele Probleme auf dem Immobilienmarkt erst mit der Zeit sichtbar würden, sagt die Volkswirtin.

Der Sachverständigenrat, der derzeit von Weder di Mauro und vier weiteren Wirtschaftsweisen gebildet wird, gibt einmal im Jahr ein Gutachten zur gesamtwirtschaftlichen Lage ab.

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