BA-Chef Weise
„Arbeitslosigkeit bleibt auf diesem Niveau“

Erste Bremsspuren auf dem Arbeitsmarkt haben die Angst vor einer Jobflaute in Deutschland wachsen lassen. Nicht aber in der Bundesagentur für Arbeit : Chef Frank-Jürgen Weise sieht keine Trendwende kommen.
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MünchenDer Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sieht keine Anzeichen für eine konjunkturelle Verschlechterung des Arbeitsmarkts. „Die Arbeitslosigkeit dürfte weiter sinken, wenn auch nur noch geringfügig“, sagte Weise der Zeitung „Die Welt“. Im Winter werde die Arbeitslosenzahl witterungsbedingt zwar über drei Millionen steigen.

„Drei Millionen Arbeitslose sind aber gemessen am europäischen Umfeld und auch an früheren Jahren eine unerwartet gute Entwicklung“, sagte der Chef der Nürnberger Bundesagentur. Und nächstes Jahr erwarte er einen stabilen Arbeitsmarkt. „Wir schätzen, dass sich die Arbeitslosigkeit weiter auf dem bisherigen Niveau bewegt, also in einem Korridor von 2,8 bis 2,9 Millionen“, sagte Weise.

Auf die Frage, ob gehäufte Meldungen über Massenentlassungen und Kurzarbeit die Vorboten einer neuen Krise am Arbeitsmarkt seien, sagte Weise: „Das sind Einzelfälle in bestimmten Branchen und Unternehmen.“ Der Chef der Bundesagentur sprach zwar von schlechten Nachrichten für die Betroffenen. „Aber dahinter stecken keine Anzeichen einer generellen konjunkturellen Verschlechterung des Arbeitsmarkts.“

Die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft hatte zuletzt die Angst vor einer Jobflaute wachsen lassen. Im August gab es erste Bremsspuren auf dem Arbeitsmarkt. Insgesamt waren im August 2,905 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende August mitgeteilt hatte. Dies ist zwar die niedrigste August-Arbeitslosigkeit seit 21 Jahren. Trotzdem fiel der Anstieg im Vergleich zum Vormonat mit 29 000 deutlich stärker aus als sonst im August üblich. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell unverändert bei 6,8 Prozent - nach 7,0 Prozent im Vorjahr.

Bei der Präsentation der Zahlen hatte Weise eingeräumt, dass die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nachlasse und eine „Seitwärtsbewegung zu erwarten“ sei. Eine Trendwende sah er dennoch nicht. „Die gute Entwicklung verliert nur an Dynamik“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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