Bank of England
Notenbank-Protokoll enthält Überraschung

Die britische Notenbank hat bei ihrem jüngsten Treffen überraschend eine erstmalige Zinserhöhung um 50 Basispunkte erwogen - und sich dann doch nur für die Hälfte entschieden. Das Pfund Sterling legte nach Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls zu.

HB LONDON. Schließlich beschlossen die neun Mitglieder des geldpolitischen Rates der BoE jedoch einstimmig am 10. Mai eine Zinserhöhung um lediglich 25 Basispunkte auf 5,5 Prozent, wie aus dem am Mittwochmorgen veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervorging.

Die Notenbanker waren sich ebenfalls einig, dass weitere Zinserhöhungen nötig werden könnten, wenn sich die Wirtschaft wie erwartet entwickelt. Die britische Notenbank hat seit Beginn ihrer Unabhängigkeit vor zehn Jahren die Zinsen noch nie um 50 Basispunkte erhöht. Die meisten Experten hatten erwartet, dass einige Ratsmitglieder sogar gegen eine Zinserhöhung stimmen.

Das Protokoll schürte am Markt Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen in Großbritannien und der Euro-Zone. Für das britische Pfund wurden 1,9750 Dollar gezahlt - nach 1,9720 Dollar vor der Bekanntgabe des Protokolls. Auch zum Euro verzeichnete das Pfund Kursgewinne, es notierte mit 0,6796 Pfund.

Die Veröffentlichung des BoE-Sitzungsprotokolls war nach Aussage von Analysten der einzige wichtige Termin auf dem Tagesplan. Am restlichen Devisen- und Rentenmarkt bewegten sich die Notierungen nur wenig. Der Euro notierte zur US-Währung etwas schwächer um 1,3430 nach 1,3450 Dollar am Vorabend in New York. Aussagen eines Mitglieds der US-Notenbank (Fed) hatten einige Investoren offenbar überzeugt, dass die Fed nicht vorschnell die Zinsen senken wird und dass die Lage der US-Wirtschaft doch robuster als erwartet ist.

Am Rentenmarkt fiel der Bund-Future um 21 Ticks auf 112,48 Zähler. Die dem Kontrakt zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe notierte sechs Ticks niedriger bei 95,25 Stellen und rentierte mit 4,362 Prozent.

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