Bank warnt vor möglichen Inflationsrisiken
EZB unsicher über Konjunkturentwicklung

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht weiter von einer schrittweisen Konjunkturerholung im Euro-Raum aus, hält dieses Szenario aber für sehr unsicher.

HB FRANKFURT. Vor diesem Hintergrund kann die Zentralbank keine akute Gefahren für die Preisstabilität ausmachen, warnt aber weiter vor möglichen Inflationsrisiken in der Zukunft.

Die Geldpolitik sei derzeit angemessen, um Preisstabilität auf mittlere Sicht zu gewährleisten, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten EZB-Monatsbericht Juli. Die Zinsen seien über alle Laufzeiten historisch niedrig und stützten die Konjunktur. Der EZB-Rat hält den Leitzins seit Juni 2003 auf dem niedrigsten Niveau der Nachkriegszeit von zwei Prozent.

Das Wachstum sei zuletzt vor allem wegen des hohen Ölpreises gedämpft geblieben, eine nachhaltige Erholung habe noch nicht eingesetzt. „Gleichzeitig besteht über die kurze Frist hinaus weiterhin Grund zu der Annahme, dass sich die Konjunktur im Euro-Raum allmählich beleben wird.“ Dieses Szenario sei aber mit „ziemlicher Unsicherheit“ behaftet. Neben dem Ölpreis und der Gefahr einer erneuten starken Euro-Aufwertung nennt die EZB erstmals auch das geringe Vertrauen in der Wirtschaft als Faktor, der die Konjunktur belaste.

Angesichts der verhaltenen Wirtschaftsentwicklung und der schwachen Arbeitsmärkte hätten sich Lohnsteigerungen in Grenzen gehalten. Dies werde auch so bleiben. „Insgesamt gibt es nach wie vor keine deutlichen Anzeichen dafür, dass sich im Euro-Währungsgebiet ein binnenwirtschaftlicher Inflationsdruck aufbaut“, heißt es im Bericht. Der Ölpreisanstieg führe allerdings dazu, dass die Teuerungsrate von derzeit etwas über zwei Prozent auf diesem Niveau verharren und nicht, wie früher von der EZB erwartet, unter diese Schwelle sinken wird.

Entscheidend für die EZB ist jedoch, dass die Inflationserwartungen auf niedrigem Niveau verankert sind. Damit leiste die Geldpolitik einen „bedeutsamen Beitrag zu einer Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums“. Deshalb gelte es, wachsam zu bleiben angesichts möglicher Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität, die vom hohen Ölpreis, dem starken Geldmengenwachstum und möglichen Steuererhöhungen ausgehen könnten.

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