Baubeginne und Erzeugerpreise
US-Daten lassen Zinspause erwarten

Ein Rückgang im August brachte die Zahl der Baubeginne in den USA auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahren. Damit bestätigt sich das Bild eines in deutlicher Abkühlung befindlichen Markts für Wohnimmobilien. An den Finanzmärkten lösten indes die moderaten Erzeugerpreisdaten deutliche Reaktionen aus.

HB WASHINGTON. Die Zahl der Baubeginne in den USA ist im August im Vergleich zum Vormonat um 6,0% auf annualisiert 1,665 Mill. gesunken. Ökonomen hatten einen Rückgang um 2,5% prognostiziert.

Wie das US-Handelsministerium am Dienstag weiter mitteilte, wurde das zunächst für den Vormonat gemeldete Minus von 2,5% auf minus 3,3% revidiert. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen sei im August um 2,3% gesunken. Hier hatte die Prognose auf ein Minus von 0,7% gelautet. Im Vormonat war ein Rückgang von 5,7% verzeichnet worden.

Der kräftige Rückgang der Baubeginne deutet auf eine deutliche Abwärtsentwicklung dieses wegen seiner Implikationen für den privaten Konsum viel beachteten Sektors hin. Die Fed hat zuletzt mehrfach hervorgehoben, dass der weitere Gang ihrer Geldpolitik verstärkt von aktuellen Konjunkturdaten abhängen wird.

Die am Dienstag veröffentlichten Daten zur Entwicklung von US-Erzeugerpreisen und Baugeschehen dürften die US-Notenbank nach Einschätzung von Volkswirten zusätzlich in ihrer Absicht bestärkt haben, ihren Leitzins am Mittwoch unverändert zu lassen. Die Erzeugerpreise hatten sich im August nur verhalten erhöht, was die These der Fed stützt, dass die Inflation unter Kontrolle sei.

Laut US-Arbeitsministerium stiegen die Erzeugerpreise um 0,1%, während Volkswirte ein Plus von 0,2% erwartet hatten. In der Kernrate sanken die „Fabriktor“-Preise sogar um 0,4%, erwartet worden war hier ebenfalls ein Plus von 0,2%. Die Jahresteuerung verringerten sich in der Folge auf 3,7% (Juli: 4,2%) und in der Kernrate auf 0,9% (1,3%). Der Rückgang der Kernerzeugerpreise war der stärkste seit April 2003. Stärkerer Preisdruck wird allerdings auf früheren Produktionsstufen sichtbar. So stiegen die Preise von Zwischenerzeugnissen um 0,4% und die Rohstoffpreise um 2,2%.

An den Finanzmärkten lösten die moderaten Erzeugerpreisdaten deutliche Reaktionen aus. Der Euro gewann gegenüber dem Dollar mehr als einen halben Cent, beim Dax verringerten sich die Verluste, und die US-Treasurys eröffneten den Handel mit Gewinnen.

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