Baukonjunktur
Wohnungsbaunachfrage zieht kräftig an

Das deutsche Bauhauptgewerbe verspürt nach einem schwachen ersten Quartal zu Beginn des zweiten Vierteljahres wieder eine stärker anziehende Nachfrage. Der Stellenabbau ist allerdings immer noch nicht abgeschlossen. Auch der Umsatz ist im Jahresvergleich noch rückläufig.

ari DÜSSELDORF. Trotz der langen kalten Witterung konnte sich das Bauhauptgewerbe bereits im April wieder über mehr Aufträge freuen. Nach den heute veröffentlichten saisonbereinigten Zahlen der Bundesbank stieg das Volumen der Auftragseingänge gegenüber März um 4,4 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt lag die reale Nachfrage damit um 5,9 Prozent über dem Vorjahresstand.

Besonders kräftig erholte sich die Nachfrage im Wohnungsbau, die in den ersten drei Monaten kontinuierlich nachgegeben hatte. Laut Bundesbank waren hier die Auftragseingänge im April 13,3 Prozent höher als im März. Ähnlich hoch war sie zuletzt im Dezember 2005, dem letzten Monat vor Abschaffung der Eigenheimzulage. Nach der monatlichen Umfrage des Münchener Ifo-Instituts für das Ifo-Geschäftsklima waren die Baufirmen mit dem Wohnungsbau aber bereits im Mai schon wieder unzufriedener. Dennoch dürfte die Bauwirtschaft in diesem Jahr davon profitieren, dass der Mehrwertsteuersatz im nächsten Jahr auch für Bauleistungen um drei Prozentpunkte auf 19 Prozent steigt. Die Steuererhöhung trifft insbesondere private Bauherren.

Auf dem Bau-Arbeitsmarkt kommt die Erholung allerdings noch nicht an. Die Zahl der Beschäftigten war in den ersten vier Monaten um 4,7 Prozent niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte das Statistisches Bundesamt mit. Nach der Ifo-Umfrage nimmt der Anteil der Firmen jedoch ab, die ihr Personal in den nächsten Monaten verringern wollen. Ein Minuszeichen steht außerdem noch vor der Umsatzentwicklung. Der Gesamtumsatz hat von Januar bis April mit rund 17 Mrd. Euro nach den Berechnungen der Statistiker seinen Vorjahresstand noch nicht ganz errreicht (- 0,8 Prozent). Im April allein betrug das Umsatzminus auf Jahressicht sogar 6,3 Prozent, was aber damit zusammenhängen dürfte, dass die Frühjahrsbelebung beim Bau witterungsbedingt in diesem Jahr später als üblich begann.

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