Bei Konjunkturaussichten etwas vorsichtiger
EZB setzt auf Erholung – und lässt Leitzins unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat beschlossen, den Leitzins in der Euro-Zone unverändert bei 2,0 zu lassen.

HB FRANKFURT. Die Notenbanker beurteilen die Konjunkturaussichten für den Euro-Raum inzwischen etwas vorsichtiger. Dennoch sieht die EZB weiter Inflationsrisiken in der Zukunft. Vor allem der hohe Ölpreis sei ein Risiko für die wirtschaftliche Erholung, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag vor der Presse in Frankfurt. Die Zentralbank erwartet nach seinen Worten angesichts zuletzt widersprüchlicher Konjunktursignale nur noch „moderates“ anhaltendes Wachstum. In den vergangenen Monaten hatte sie auf eine genauere Beschreibung der Stärke des Wachstums verzichtet.

„Insgesamt haben wir unsere Beurteilung der Risiken für die mittelfristige Preisstabilität nicht verändert“, begründete er den Beschluss des EZB-Rates, den Leitzins den 22. Monat in Folge nicht zu ändern. Während es keine deutlichen Anzeichen für akuten binnenwirtschaftlichen Preisdruck gebe, bestünden mittelfristig Inflationsrisiken, vor allem vom starken Wachstum der Geldmenge. „Ständige Wachsamkeit ist jetzt das Wesentliche“, sagte Trichet.

Während der EZB-Rat in den vergangenen Monaten mehrmals konkret über eine Zinserhöhung beraten hatte, lag Trichet zufolge diesmal nur die Option unveränderter Zinsen auf dem Tisch. Volkswirte bewerteten seine Äußerungen als Signal, dass die EZB aus Sorge über das hohe Geldmengen- und Kreditwachstum die Zinsen zwar erhöhen möchte, damit aber weiter abwartet. „Das Problem ist, dass es im Moment noch nicht genug Wachstum für eine Zinserhöhung gibt. Wir müssen noch bis Jahresende warten, um eine Reaktion zu sehen“, sagte Stephane Deo von der UBS. Die EZB wird nach Einschätzung der meisten Bankvolkswirte die Zinsen frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahres anheben. Der Rentenmarkt reagierte mit Kursgewinnen, da die Marktteilnehmer ihre Zinserhöhungserwartungen weiter zurückschraubten. Der Euro reagierte kaum.

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