Beige Book der US-Notenbank
Fed zeichnet düsteres Bild der US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft hat ihre Talfahrt nach Einschätzung der US-Notenbank im Herbst fortgesetzt. Grund sind unter anderen die sinkenden Konsumausgaben im Oktober und November. Nach Ansicht der Notenbanker befinden sich die USA in der schlimmsten Rezession seit den 30er Jahren.

HB WASHINGTON. Die Wirtschaftsaktivität habe seit Anfang Oktober landesweit nachgelassen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Fed-Konjunkturbericht Beige Book. Insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe habe sich die Lage merklich verschlechtert. Auch der private Konsum schwächele, was aus Sicht der Fed besonders Einzelhandel und Automobilindustrie zu spüren bekommen. Gleichzeitig habe der Preisdruck wegen fallender Energie- und Einzelhandelspreise nachgelassen und sich die Lage am Arbeitsmarkt verdüstert.

In vielen Regionen gingen Firmen verstärkt dazu über, Stellen abzubauen. Die Aktienmärkten rutschten nach der Veröffentlichung des düsteren Konjunkturberichts weiter ins Minus, legten im späten Handel dann aber wieder zu. Der Bericht über die Konjunkturlage beruht auf Daten, die vor dem 24. November in den einzelnen Fed-Bezirken eingingen. Die Vergabe von Krediten an Verbraucher und Firmen sei in den meisten Regionen zurückgegangen, berichtete die Fed. Auch der Häusermarkt sei weiterhin schwach. In vielen Regionen seien die Verkaufspreise weiter gefallen.

Die USA stecken bereits seit Dezember 2007 in einer Rezession. Nach Ansicht von Experten ist es die tiefste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression Anfang der 30er Jahre. Die Notenbanker ist angesichts der schlechten Aussichten bereit, den Leitzins von derzeit 1,0 Prozent weiter zu senken. Wegen der anhaltend negativen Konjunkturdaten gehen die Finanzmärkte davon aus, dass die Währungshüter auf ihrer Sitzung Mitte des Monats noch einmal kräftig an der Zinsschraube drehen werden. Voll eingepreist bei den kurzfristigen Zins-Futures war jüngst eine Leitzinssenkung von einen halben Prozentpunkt auf 0,5 Prozent. Fast jeder zweite Anleger rechnet sogar mit einer noch drastischeren Senkung auf 0,25 Prozent.

Grund dafür ist laut Analysten auch die unerwartet deutliche Verschlechterung der Lage am US-Dienstleistungsmarkt. Der Index des Institute for Supply Management für November war wenige Stunden vor Veröffentlichung des Beige Book auf ein Rekordtief gefallen. Der Einbruch des Service-Sektors trifft die US-Konjunktur besonders hart, da die Dienstleister rund 80 Prozent der US-Wirtschaftsleistung erbringen.

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Vollständiger US-Konjunturbericht der Fed zum Download (PDF)

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