„Beige Book“: Fed nährt Skepsis bezüglich des US-Wachstums

„Beige Book“
Fed nährt Skepsis bezüglich des US-Wachstums

Die US-Notenbank Fed hat wieder das "Beige Book" geöffnet und der Konjunkturbericht gibt Anlass zur Sorge. Gerade in den amerikanischen Ballungsräumen im Osten und Mittleren Westen droht der Aufschwung abzuebben. Dies passt zu der Ankündigung, der Konjunktur im Zweifel mit neuen Stützen unter die Arme greifen zu wollen.
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HB WASHINGTON. In den USA mehren sich die Zeichen für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Zwar sei insgesamt ein moderates Wachstum zu spüren, teilte die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch in ihrem „Beige Book“ zur Lage der US-Wirtschaft mit. Doch gebe es vor allem an der Ostküste und in Teilen des Mittleren Westens weitreichende Anzeichen dafür, dass die Erholung ins Stocken geraten sei. Dies sei besonders in Großräumen wie New York, Philadelphia und Chicago zu erkennen gewesen. Auf die US-Börsen wirkte sich der Konjunkturbericht der Fed über die sechs Wochen bis Ende August kaum aus. Er wurde lediglich als Bestätigung dafür gesehen, dass das Wirtschaftswachstum im Sommer nachließ.

Neue Hiobsbotschaften hatte die Fed vom krisengeschüttelten Immobilienmarkt: Dort ging es weiter bergab, nachdem das Auslaufen von Steuererleichterungen der Branche schon zuvor kräftig zugesetzt hatte. Die für die US-Wirtschaft so wichtigen Verbraucher geben nach Einschätzung der Fed zwar wieder etwas mehr aus, beschränken sich aber auf wirklich notwendige Käufe. Für die meisten Waren und Dienstleistungen blieb der Preisauftrieb gering. Auch die Löhne blieben weitgehend stabil.

Die US-Notenbank sammelt im „Beige Book“ Informationen aus ihren zwölf Bezirken. Aufgrund seiner Datenbreite gilt es als sehr verlässliches Barometer für die Entwicklung der US-Wirtschaft, die sich nur langsam aus der schweren Wirtschaftskrise hervorarbeitet.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte erst kürzlich die Bereitschaft der Notenbank betont, zusätzliche Konjunkturunterstützung bereitzustellen, sollte die Wachstumsdelle in den USA deutlicher ausfallen als erwartet. Wie stark sich das Wachstum abschwächen muss, bis die Fed aktiv wird, hatte er allerdings offengelassen.

Bereits Mitte August hatte die Fed beschlossen, durch die Fälligkeit in der Finanzkrise gekaufter Wertpapiere flüssig werdendes Geld wieder zu reinvestieren und damit neue Staatsanleihen zu kaufen. Im Klartext heißt das, dass hypothekenbesicherte Anleihen und Papiere der staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Maeund Freddie Mac, die in den vergangenen Jahren zur Stützung des taumelnden Häusermarktes erworben wurden, bei Fälligkeit von der Notenbank durch Staatspapiere ersetzt werden.

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  • all zu viele Möglichkeiten hat die FED nun wahrlich nicht mehr;

    - die Zinsen sind schon auf Null -> das System steckt bereits in der Liquiditätsfalle.
    - da sich die Entwicklung des privaten Konsums nicht gerade positiv entwickelt, bleiben -trotz niedriger Zinsen- auch die investitionen aus -> investitionsfalle.

    Die FED kann jetzt nur noch aktiv Nachfrage betreiben,
    massivst immobilien und Aktien aufkaufen um dadurch
    Wertsteigerungen in diesen bereichen zu erzeugen.

    Erfahrungen aus den Zeiten vor der Krise zeigen,
    daß US-Amerikaner dazu neigen, diese Wertsteigerungen zu verkonsumieren...
    ... dieser Konsum würde die typischen Wachstums-Dynamiken wieder in Gang setzen.

    ... eine Lohn-Preis-Spirale würde die inflation genügend anheizen, damit die US-Amerikaner ihre Dollar-Schulden weginflationieren könnten - die FED stünde in diesem Szenario nicht nur als Retter, sondern auch als Gewinner da:
    schließlich wären dann ja die erworbenen Sachwerte in den büchern der FED ...

  • Süss, ein beitrag über die US Fed in der nicht die völlige Sinn- und Hilflosigkeit dieser anachronistischen institution im Mittelpunkt steht.
    Wie wir wissen hat ignoranz noch nie ein Problem gelöst, aber das ist eine andere Geschichte...

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