Beige Book - Gemischte Signale
Uneinheitliches Wachstum in den USA

Nach Darstellung der US-Notenbank Fed ist die Wirtschaft der USA im Juni und Anfang Juli uneinheitlich gewachsen. Dies geht aus dem am Mittwoch in Washington vorgelegten Konjunkturbericht „Beige Book“ hervor, den die Federal Reserve Bank von Cleveland auf Basis von Daten bis zum 19. Juli erstellt hat.

HB WASHINGTON. Für die Währungshüter dürfte dies aber kein Anlass sein, von ihrem gemäßigten Tempo bei der Straffung der Geldpolitik abzurücken. Bereits zuvor hatte sich eine Abkühlung der Wachstumsdynamik in der größten Volkswirtschaft der Welt manifestiert. Fed-Chef Alan Greenspan hatte sich noch vergangene Woche zuversichtlich zu den Konjunkturaussichten geäußert und die Verlangsamung des Wachstums als vorübergehend bezeichnet.

„Die Distrikte der Federal Reserve haben angegeben, dass die wirtschaftliche Aktivität im Juni und Anfang Juli weiter zugenommen hat, auch wenn einige Distrikte angaben, die Wachstumsrate habe sich vermindert“, hieß es im „Beige Book“. In der Hälfte der zwölf Fed-Distrikte sei das Wachstum „moderat“ bis „solide“ gewesen, fünf Distrikte hätten eine Abschwächung des Wachstums ermittelt. Die Fed von Boston habe „gemischte“ Signale aufgenommen.

Das Beige Book dient dem für die Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) als wichtige Grundlage für seine Zinsentscheidungen. Das Gremium kommt am 9. und 10. August zu seinem nächsten Treffen zusammen. Volkswirte rechnen damit, dass die Fed ihren als Schlüsselzins geltenden Zielsatz für Tagesgeld dann erneut um 25 Basispunkte anheben wird. Bei ihrer Sitzung Ende Juni hatte sie erstmals seit vier Jahren eine Erhöhung des Schlüsselzinses beschlossen, und zwar um 25 Basispunkte auf 1,25 %. Volkswirte erwarten, dass der US-Leitzins Ende dieses Jahres bei 2,00 % und Ende 2005 bei 3,75 % liegen wird.

Zu einem Knackpunkt, der die Haltung der Fed ändern könnte, könnte sich die Inflation in den USA entwickeln. Analysten rechnen damit, dass die Kernrate der Verbraucherpreise, also ohne die schwankenden Preise für Lebensmittel und Energie, im Verlauf des Jahres erneut über die Marke von zwei Prozent klettern wird. „Selbst ohne Lebensmittel und Energie ist ein Anstieg um 2,3 % wahrscheinlich, der stärkste seit dem vierten Quartal 2001“, sagte David Sloan von 4Cast. Dies würde dann auch wieder die Spekulationen über raschere Zinserhöhungen der Fed anheizen.

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