Beige Book
US-Notenbank: Konjunktur gewinnt an Fahrt

Die Konjunkturerholung in den USA schreitet voran: Die Wirtschaft hat sich im September und in den ersten Oktoberwochen weiter belebt.

HB WASHINGTON. Dies geht aus dem am Mittwoch in Washington vorgelegten Beige Book der Fed hervor, den die New Yorker Federal Reserve Bank von auf Basis von Daten vor dem 7. Oktober erstellt hat.

Die Arbeitsmärkte blieben nach den Berichten der zwölf Federal Reserve Banken generell schwach, doch sähen fünf Regionen Anzeichen einer Belebung, hieß es in dem Bericht. Die Situation der Industrie habe sich in den meisten Distrikten verbessert.

„Die Informationen, die wir von den Distriktbanken erhalten haben, lassen im Schnitt den Schluss zu, dass das Tempo der wirtschaftlichen Erholung seit dem letzten Bericht zugenommen hat.“ Die Arbeitsmärkte seien zwar generell schwach geblieben, doch sähen die Federal Reserve Banken aus fünf Regionen Anzeichen einer Erholung der Beschäftigungssituation.

Volkswirte erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft im dritten Quartal so stark gewachsen ist wie seit 1999 nicht mehr. Auch Vertreter der Fed gehen nach jüngsten Äußerungen von einem Wachstum mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von etwa vier Prozent aus. Im zweiten Jahresviertel war die US-Wirtschaft mit einer Rate von 3,3 Prozent nach 1,3 Prozent im ersten Quartal gewachsen.

Der Preisdruck sei generell moderat geblieben, berichtete die Fed. So seien die Preise für Fertigprodukte allgemein stabil geblieben und die Lohnerhöhungen weiterhin mäßig. Allerdings habe in vielen Bereichen der Anstieg der Lohnnebenkosten angehalten, insbesondere bei der Krankenversicherung. Den überwiegend positiven Bericht erstellte die New Yorker Federal Reserve Bank auf der Basis von Daten vor dem 7. Oktober.

Das Beige Book dient dem für die Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) als wichtige Grundlage für seine Zinsentscheidungen. Das Gremium trifft am 28. Oktober zu seiner nächsten turnusmäßigen Zinsentscheidung zusammen. Volkswirte erwarten allerdings angesichts der vermehrten Anzeichen für eine Festigung der Konjunkturerholung in den USA, dass die Fed ihren als Schlüsselzins geltenden Zielsatz für Tagesgeld mit 1,00 Prozent unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit 45 Jahren lassen wird. Eine Anhebung der US-Leitzinsen schließen sie zumindest so lange aus, bis sich auch der Arbeitsmarkt wieder erholt.

Überwiegend wird eine Zinsänderung nicht vor dem Frühjahr 2004 erwartet. Die Fed hatte nach ihren beiden vergangenen Zinstreffen selbst die Erwartung geäußert, die Zinsen noch für einen „beträchtlichen Zeitraum“ niedrig halten zu können.

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