Bericht des DIW
Konjunktur-Wachstum beschleunigt sich kaum

Die Konjunktur kommt nicht wirklich in Schwung. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist für das zweite Quartal nur ein Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal abzusehen.

HB BERLIN. „Die jüngsten Daten zur Produktionsentwicklung im Jahresanfangsquartal lassen auf keine spürbare Beschleunigung gegenüber dem Jahresausklang 2003 schließen“, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Montag in Berlin zu seinem monatlichen Konjunkturbarometer. Der private Konsum dürfte zu Jahresbeginn kraftlos geblieben sein.Im ersten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wohl nur um 0,2 % zum Schlussquartal 2003 gewachsen. Für das zweite Vierteljahr geht das Institut von einem Wachstum um 0,3 % aus.

Die Bundesbank hat das erwartete Wachstum auf rund ein Viertel Prozent beziffert. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte allerdings unlängst gesagt, das erste Quartal könnte durchaus positiv überraschen. Erste Ergebnisse zur Wirtschaftsentwicklung zum Jahresanfang veröffentlicht das Statistische Bundesamt am Donnerstag. Von Reuters befragte Bankenvolkswirte erwarten im Schnitt ein Wachstum von 0,3 % - einen Zehntelpunkt mehr als zum Jahresende 2003.

Skeptisch stimmten das DIW die zuletzt schwächeren Konjunkturindikatoren. So war die deutsche Produktion im März überraschend zum Februar um 2,3 % gesunken. „Nach einer vorübergehenden Besserung gesamtwirtschaftlicher Indikatoren kommen nunmehr wieder abklingende Impulse zum Vorschein“, schrieben die DIW-Forscher. Die abgeschwächte Dynamik im Einzelhandel und bei den Auto-Neuzulassungen belegten die Konsumflaute. „Bedenklich erscheint, dass im Bereich der Ausrüstungsinvestitionen nach einem merklichen Plus jetzt wieder ein Rückgang zu verzeichnen ist“, erklärte das Institut weiter.

Nach Einschätzung der Forscher blieb die Belebung auch im Frühjahr mäßig. „Die Auftragseingänge stagnieren und die Stimmungsindikatoren sind verhalten geblieben“, schrieben die DIW-Volkswirte. „Insgesamt belegen die vorlaufenden Indikatoren eine konjunkturelle Dynamik im Kriechgang.“ Das DIW erwartet bislang für das gesamte Jahr ein Wachstum von 1,4 %. Damit liegt das Berliner Institut etwas unter der Prognose der sechs führenden Forschungsinstitute und auch der Bundesregierung, die jeweils mit 1,5 % Wirtschaftswachstum für 2004 rechnen.

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