Bericht des DIW
Wirtschaftsforscher erwarten Aufschwung in der Industrie

Einen sich kräftigenden industriellen Aufschwung erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in diesem und im nächsten Jahr. Allerdings könnten weiter steigende Rohstoffpreise die Erholung gefährden, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten DIW-Bericht.

HB BERLIN. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe werde 2004 um real 1,6 Prozent zulegen, hieß es. Belebe sich im kommenden Jahr die Nachfrage aus dem Inland nach Investitionsgütern auf Grund der erwarteten Konjunkturerholung, werde der Aufschwung an Breite gewinnen. Dann erscheine für 2005 ein Produktionswachstum von 2,5 Prozent möglich. Ein weiterer Anstieg der Rohstoffpreise auf breiter Basis könne bei einem konstanten Wechselkurs von Euro und Dollar das Wachstum allerdings abbremsen.

Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt geht das DIW weiter von einem Wachstum um 0,6 Prozent im zweiten Quartal zum Vorquartal aus, nachdem das BIP im ersten Quartal um 0,4 Prozent zugelegt hatte. „Die Impulse kommen hauptsächlich aus dem Ausland“, erklärte das DIW. So hätten sich die Auftragseingänge trotz des hohen Euro-Kurses merklich ausgeweitet. Auch die Umsätze der Investitionsgüterhersteller konnten deutlich zulegen und signalisierten, dass der weltweite Aufschwung allmählich auf Deutschland übergreife. „Für einen durchgreifenden Aufschwung ist die Binnennachfrage derzeit aber noch zu schwach“, hieß es.

Im DIW-Wochenbericht hieß es, die Produktion werde damit wohl stärker wachsen als die gesamtwirtschaftliche Leistung. „Ausschlaggebend dafür ist die positive Entwicklung der Weltwirtschaft, von der die deutsche Industrie auf Grund der starken Exportorientierung profitiert.“ Ein Produktionszuwachs von 2,5 Prozent im kommenden Jahr sei allerdings nicht viel im Vergleich zum Wachstum in den Aufschwungphasen 1983 bis 1986 und 1997 bis 2000. Damals wurde jeweils schon im zweiten Jahr nach dem Tiefpunkt ein Wachstum von etwa drei Prozent erzielt.

Die Industrieproduktion hatte im vierten Quartal des vergangenen Jahres real um 2,1 Prozent zugelegt, im ersten Quartal 2004 nur um 0,3 Prozent. Nach Einschätzung des DIW belegt diese aufwärts gerichtete aber unstete Entwicklung, dass die Unternehmen zwar mit einem Aufschwung rechnen, aber Vorbehalte hinsichtlich seiner Stärke und Breite haben. Dämpfend wirkten die schwache inländische Nachfrage und die sehr hohen und teilweise noch steigenden Rohstoffpreise.

Sollten diese weiter steigen und die Wechselkursrelation Euro/Dollar konstant bleiben, würden Preissteigerungen bei in Dollar abgerechneten Rohstoffen nicht mehr wie im vergangenen Jahr wechselkursbedingt gedämpft werden. „Da die steigenden Kosten von den Herstellern rohstoffintensiver Produkte nur begrenzt überwälzt werden können, sind insgesamt sinkende Gewinne und eine geringere Investitionstätigkeit die Folge.“

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