Bericht
IWF warnt vor Turbulenzen am Finanzmarkt

Der IWF ist alarmiert: Höhere Zinsen und die Ölpreise lassen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds das Risiko einer weltweiten Konjunkturabschwächung steigen. Eine weitere Gefahr sehen die Wirtschaftsexperten in der Abkühlung des US-Wohnungsmarkts. Es drohen Turbulenzen am Finanzmarkt, heißt es. Überzeugt ist der Fonds dagegen vom deutschen Aufswärtstrend.

HB SINGAPUR. Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet eine steigende Gefahr von Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten. Der IWF warnte zum Auftakt der Herbsttagung von IWF und Weltbank in Singapur - an deren Rande auch die G7-Finanzminister tagen -, das Risiko einer globalen Konjunkturabkühlung sei gewachsen und könne größere Kurskorrekturen auslösen.

Die Märkte könnten sehr empfindlich reagieren, falls die Inflation oder die Ölpreise unerwartet steigen oder die US-Wirtschaft überraschend zügig abkühlt, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten halbjährlichen IWF-Bericht zur Globalen Finanzstabilität. „Die Märkte scheinen wenige Vorkehrungen für diese Risiken zu treffen. Wenn also eine der Gefahren oder eine Kombination daraus Wirklichkeit wird, könnten die Finanzmärkte größere Turbulenzen erleben“, warnte der IWF-Kapitalmarktexperte Jaime Caruana.

Hedge-Fonds und Kredit-Derivate hätten die Märkte komplexer gemacht - und diese hätten sich bislang noch nicht in einer Krise bewähren müssen. Grundsätzlich seien die globalen Finanzmärkte jedoch auch dank der bislang stabilen Weltwirtschaft in guter Verfassung, betonte der ehemalige spanische Notenbankchef.

IWF-Chef Rodrigo Rato hält jedoch besonders die unerwartet zügige Abkühlung des US-Immobilienmarktes für eine große Gefahr für die globale Konjunktur. „Es gibt das Risiko einer abrupten Abkühlung der US-Wirtschaft, die zum Entgleisen der globalen Expansion führen könnte“, sagte Rato laut Redetext bei einem Seminar im Rahmen des Opec-Treffens in Wien.

Die G7-Finanzminister werden sich bei ihrem Treffen einem Agenturbericht zufolge jedoch zuversichtlich zeigen, dass das wirtschaftliche Wachstum in den USA und Europa anhalten wird. Die US-Wirtschaft befinde sich auf bestem Wege zu einem nachhaltigen Wachstumspfad, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo aus einem Entwurf der G7-Erklärung, die im Rahmen des G7-Finanzministertreffens veröffentlicht werden soll. Auch in Europa werde das beschleunigte Wachstum bis zum Jahresende anhalten. Die G7-Finanzminister halten ebenfalls einen Anstieg der Inflationserwartungen oder der Ölpreise für mögliche Gefahren für die Weltkonjunktur, berichtete die Agentur weiter.

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