Bernanke sieht keine Inflationsgefahr
Fed präzisiert Stresstest

Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch erstmals Details genannt, wie sie die Großbanken für den Fall eines tieferen Wirtschaftsabschwungs vor dem Kollaps schützen will. Die Bank of America zeigte sich zuversichtlich, den Stresstest zu bestehen. Gleichzeitig besänftigte US-Notenbankchef Ben Bernanke Inflationsängste.

ebe/HB NEW YORK/WASHINGTON. Derzeit unterziehen sich 19 Institute mit Vermögenswerten von jeweils mehr als 100 Mrd. Dollar sogenannten Stresstests, die zeigen sollen, ob sie auch für eine rasante Verschlechterung der Konjunktur gewappnet sind. Dabei unterstellen die Fed-Offiziellen im laufenden Jahr ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts um 3,3 Prozent, einen weiteren Preisrutsch im Immobilienmarkt um 22 Prozent sowie einen Anstieg der Arbeitslosenrate auf 10,3 Prozent 2010. Banken, die diesen Test nicht bestehen, sollen sechs Monate Zeit erhalten, um sich privates Kapital zu beschaffen. Klappt das nicht, erhalten sie zusätzliche Steuergelder.

Fed-Chef Ben Bernanke trat Ängsten vor einer Bankenverstaatlichung entgegen. In einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses verwies er auf die damit verbundenen „gewaltigen rechtlichen Unsicherheiten“. Er verbinde mit dem Reizwort Verstaatlichung die 100-prozentige Übernahme einer Firma sowie eine komplette Enteignung der Aktionäre. „Ich denke nicht, dass wir das machen möchten. Ich denke auch nicht, dass wir das machen müssen“, sagte er. Die Regierung werde stattdessen nichtstimmberechtigte Vorzugsaktien der 19 größten US-Finanzinstitute kaufen, wenn sie mehr Kapital zum Überleben benötigten, sagte Bernanke. Diese Anteile würden nur dann in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt, wenn es „außergewöhnliche Verluste“ gebe.

Die Bank of America zeigte sich zuversichtlich, den Stresstest zu bestehen. An der Börse in New York wurde dies positiv aufgenommen. Nachdem die Märkte zunächst sehr enttäuscht auf die Rede von US-Präsident Barack Obama reagiert hatten, konnten sie bis Handelsschluss einen Großteil ihrer Verluste wieder wettmachen.

US-Notenbankchef Ben Bernanke erklärte vor dem Finanzausschuss weiterhin, er rechne auf absehbare Zeit mit keiner größeren Inflationsgefahr. Die Federal Reserve werde die Geldflut rechzeitig eindämmen und damit die Inflation im Zaum halten. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir zum richtigen Zeitpunkt die Zinsen anheben und den Nachschub an Geld reduzieren können, um eine Preissteigerung zu vermeiden", sagte der Fed-Chef vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses. Mehrfach betonte der Fed-Chef die Bedeutung eines entschlossenen Vorgehens in dem Moment, in dem die zweitgrößte Volkswirtschaft aus der Rezession herauskommt. "Es ist sehr wichtig für uns, dann unsere expansive Geldpolitik aufzugeben", sagte er.

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