Beschleuniger Rückgang in der Euro-Zone
US-Industrie erholt sich nur langsam

Die US-Industrie erholt sich weiterhin nur schleppend. Das zeigt der am Dienstag veröffentlichte Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager, der im Juni nicht so stark gestiegen ist wie erwartet und weiterhin leicht rückläufige Geschäfte im Verarbeitenden Gewerbe der weltgrößten Volkswirtschaft signalisiert.

Reuters TEMPE. Anleger reagierten enttäuscht auf das schwächer als prognostiziert ausgefallene Konjunkturbarometer. Die Kurse an den Börsen in den USA und Europa sackten ab. Analysten zeigten sich jedoch durchaus zufrieden mit den Daten. Bei genauerem Hinsehen seien diese nicht so schlecht ausgefallen, wie es auf den ersten Blick erscheine. Im Unterschied zu den USA beschleunigte sich in Europa der Geschäftsrückgang in der Industrie vor allem wegen des starken Euro überraschend weiter.

Der Index der US-Einkaufsmanager kletterte auf 49,8 Punkte von 49,4 Punkten im Mai, wie das Institute of Supply Management (ISM) mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen stärkeren Anstieg auf 51,0 Zähler erwartet. Ein Index-Wert von über 50 Punkten deutet auf eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe hin, Werte darunter zeigen ein Schrumpfen an.

Nach Angaben des ISM ist die US-Industrie für eine Belebung im zweiten Halbjahr positioniert. Die Stimmung vieler befragter Unternehmen sei zuversichtlicher geworden. Analysten zufolge zeigt ein Blick auf die Teilindizes eine erfreulichere Entwicklung als der Gesamtindex. „Kurz gesagt, die Einzelheiten sehen besser aus als die Titelzeile“, sagte Cary Leahey von Deutsche Bank Securities. So stieg der Beschäftigungsindex auf 46,2 (Mai 43,0) Punkte und zeigt damit einen verlangsamten Stellenabbau an. Der Preisindex stieg deutlich auf 56,5 (51,5) Zähler. Der Index der Neuaufträge legte auf 52,2 (51,9) Punkte zu.

Der Gesamtindex sei vor allem durch den Rückgang bei den Lagerbeständen belastet worden, der nicht zwangsläufig negativ sei, sagte Jade Zelnik von RBS Greenwich Capital. „Es ist wirklich gut, dass die Lagerbestände zurückgegangen sind, weil das bedeutet, dass die Unternehmen mehr produzieren müssen, um ihre Bestände wieder aufzubauen“, erläuterte Chris Rupkey von Bank of Tokyo-Mitsubishi. Der Teilindex Lagerbestände fiel auf 41,3 (46,1) Punkte.

Beschleunigter Geschäftsrückgang in der Euro-Zone

Der Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) für die Euro-Zone sank unterdessen im Juni auf 46,4 von 46,8 Punkten im Mai, wie die Forschungsgruppe NTC mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt demgegenüber einen Index-Anstieg auf 47,4 Punkte prognostiziert.

Nach Veröffentlichung der US-Daten bauten die Börsenindizes an der Wall Street und in Europa ihre Kursverluste aus. Auch der Dollar gab zum Euro etwas nach. Die Kurse der Staatsanleihen beiderseits des Atlantik zogen dagegen an.

Hoffnungen auf eine rasche wirtschaftliche Belebung hatten der Wall Street in den vergangenen dreieinhalb Monaten zu kräftigen Kursgewinnen verholfen. Zahlreiche Börsianer befürchten jedoch, dass die anstehenden Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten nicht stark genug sein werden, um den Markt auf dem aktuellen Niveau zu stützen. „Wir müssen rasch einige gute Zahlen sehen, um die positiven Prognosen zahlreicher Volkswirte für das zweite Halbjahr zu rechtfertigen“, sagte auch Leahey.

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