Besonders betroffen ist der amerikanische Immobilien-Sektor
Zinswende birgt Risiken für die Finanzwelt

Wenn Alan Greenspan heute und morgen im amerikanischen Kongress zur aktuellen Wirtschaftslage Stellung nimmt, wartet die Finanzwelt auf ein Zeichen für die kommende Zinswende in den USA.

NEW YORK. Sollte der Chef der US-Notenbank nicht mehr davon sprechen, dass die Federal Reserve (Fed) „geduldig“ abwarten könne, dürfte die erste Zinserhöhung in den USA seit vier Jahren nur noch wenige Monate entfernt liegen. Die Terminmärkte haben ihr Urteil bereits gefällt und für die Fed-Sitzung im August den ersten Zinsschritt mit fast 90 %-iger Wahrscheinlichkeit eingepreist.

Auch in der amerikanischen Wirtschaft und auf den Finanzmärkten laufen die Vorbereitungen für die Zinswende auf Hochtouren. Hat der Kurswechsel bei den längerfristigen Zinsen doch bereits stattgefunden. So ist die Rendite der zehnjährigen US-Bundesanleihen innerhalb weniger Wochen von 3,7 auf 4,35 Prozent gestiegen. Darin spiegelt sich ein riesiger Ausverkauf von Staatsanleihen wider, deren Kurse sich gegenläufig zu der Rendite bewegen.

Jim Paulsen, Chef Investment Officer bei Well Capital Management, sagt für das Jahresende einen 10-Jahres-Zins von 5,5 Prozent voraus. „Das ist ein Wendepunkt für die Wirtschaft“, sagte James Cusser, Portfolio-Manager beim Finanzhaus Waddell & Reed, dem Wall Street Journal.

Die Finanzmärkte signalisieren damit eine eindeutige Botschaft: Die Zeit des billigen Geldes ist vorbei. Und das hat gravierende Folgen, verdanken doch große Teil der amerikanischen Wirtschaft ihr Wohlbefinden der Tatsache, dass die Leitzinsen mit einem Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 40 Jahren liegen. So wichtig die Zinswende zur Vorbeugung aufkeimender Inflationsgefahren ist, kurzfristig werden höhere Zinsen mehr Verlierer als Gewinner produzieren.

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