Besonnene Reaktion
Turbulenzen provozieren Notenbanker nicht

Führende Notenbanker der Euro-Zone haben am Freitag mit einer Mischung aus Besorgnis und Gelassenheit auf die wieder zunehmenden Turbulenzen an den Finanzmärkten reagiert.

HB MADRID/EVREUX/BRÜSSEL. EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo erklärte in Madrid, es sei nun an der Zeit, dass die Banken wieder damit begännen, ihre Rolle als Finanzintermediäre auszufüllen. Die großen Schwankungen an den Märkten bezeichnete er als "besonders beunruhigend". Die Signale der Finanzmärkte dürften nicht missgedeutet werden. Sie spiegelten nicht die wahre Lage der Volkswirtschaften wieder.

Frankreichs Notenbankchef Christian Noyer versuchte dagegen in Evreux, nordwestlich von Paris, die Gemüter zu beruhigen. Tageschwankungen wie an den Aktienmärkten dürften nicht überbewertet werden. Die massiven Kursbewegungen hingen mit dem Sturz der asiatischen Börsen zusammen und seien keine Reaktion auf die staatlichen Eingriffe, um die Finanzkrise beizulegen. "Die Pläne der Regierungen sind effektiv", sagte der ehemalige Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Der Gouverneur der belgischen Zentralbank, Guy Quaden, hatte bereits am späten Donnerstagabend in Brüssel erklärt, das Vertrauen werde nur sehr langsam an die Märkte zurückkehren. Es sei von Seiten der Politik und der Zentralbanken alles getan worden, um den Boden für eine schrittweise Aufhellung der Stimmung zu bereiten. Die Notenbanken des Euro-Systems würden weiterhin alles ihnen mögliche tun, um die Finanzmärkte so lange wie nötig mit Liquidität zu versorgen.

Gonzalez-Paramo ergänzte am Freitag, die EZB werde dabei ihr Mandat, nämlich für stabile Preise in der Währungsunion zu sorgen, nicht aus den Augen verlieren. Er rechne damit, dass der Teuerungsdruck schneller nachlassen werde als bislang erwartet, sagte Gonzalez-Paramo. Der Spanier hatte bereits am Donnerstag erklärt, er sehe wegen des nachlassenden Inflationsdrucks Spielraum für die EZB, die Zinsen weiter zu senken.

Seine österreichische Kollegin im sechsköpfigen Direktorium der EZB, Gertrude Tumpel-Gugerell, erklärte in Wien, sie gehe ebenfalls von einer Stabilisierung der Teuerung aus. Die für die EZB wichtigen Inflationserwartungen hätten sich nach dem Höhenflug der Teuerung im Sommer bereits wieder gefangen. "Es ist Teil unserer Prognose, dass sich die Inflationserwartungen stabilisiert haben."

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