Beste Stimmung bei Finanzmarktprofis
ZEW-Lagebeurteilung auf Rekordhoch

Beste Stimmung bei den Finanzmarktprofis: Passend zu den positiven Konjunkturberichten der letzten Wochen stieg auch der ZEW-Index deutlich an. Einge Volkswirte sprechen gar von einem "Kracher". Die große Zuversicht basiert vor allem auf einer Entwicklung.

HB BERLIN. Finanzmarktprofis beurteilen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im April erneut deutlich optimistischer. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen auf 16,5 Punkte von 5,8 im März, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 10,0 Punkte gerechnet. Trotz des fünften Anstiegs in Folge blieb das Barometer aber unter seinem langjährigen Durchschnitt von 33,1 Zählern.

Die befragten Experten sehen laut ZEW ein erhöhtes Wachstumsmomentum für Deutschland in den kommenden sechs Monaten. „Der Aufschwung hat auch den Arbeitsmarkt erreicht. Insbesondere ist erfreulich, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Vor allem der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sei erfreulich. „Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Belebung an den Problemgruppen des Arbeitsmarktes ­ den Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen ­ weitgehend vorbeigeht.“

Auch die inländische Investitionsnachfrage steigt der Erhebung zufolge nach wie vor. Zudem würden die Sorgen über die weltweiten Wachstumsaussichten geringer - zwar soll die Weltwirtschaft in Folge der erwarteten Schwächung in den Vereinigten Staaten etwas moderater, aber dennoch robust wachsen.

Die aktuelle Lage schätzten die Umfrageteilnehmer ebenfalls besser ein als im Vormonat. Der Index zog nach der leichten Korrektur im März wieder an. Er verbesserte sich auf plus 76,9 Punkte (nach plus 69,2 im März) und erreichte damit den höchsten Stand seit Dezember 1991, was einem Allzeithoch gleichkommt. Erwartet worden war hier ein Rückgang auf plus 68,0 Punkte.

Die Konjunkturerwartungen für die gesamten Eurozone stiegen den weiteren Angaben zufolge auf plus 10,7 Punkte, nach plus 5,1 im März. Die Indexergebnisse basieren auf einer Umfrage unter 320 Finanzexperten.

„Was soll die deutsche Wirtschaft noch bremsen?“

Volkswirte sagten in ersten Reaktion zu den Zahlen: „Das ist ein Kracher. Der Optimismus hat sich deutlich gesteigert", sagte Brian Mandt von der Postbank. "Trotz Euro-Stärke, höherer Ölpreise, EZB-Zinsanhebungen sowie der US-Schwäche blicken die Analysten sehr optimistisch auf die deutsche Konjunktur. Das gründet sich auf die sehr solide und nachhaltige Binnennachfrage. Was soll die deutsche Wirtschaft noch bremsen?“

Auch Rainer Sartoris von Trinkhaus & Burkhardt meinte: „Es fällt mir schwer, etwas Negatives zu finden. Die Lagebeurteilung ist auf Rekordhoch. Man hat den Eindruck, dass das erste Quartal und wohl auch das Frühjahr ein ganz ordentliches Wirtschaftswachstum ausweisen dürften. Die gute Stimmung passt dazu. Sie ist ein Anzeichen für eine schöne Konjunkturentwicklung."

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