Bestellungen rückläufig
China zieht Japans Export nach unten

Japan ist mitten in der Rezession der asiatische Markt als letzte große Stütze des Exports weggebrochen. Erstmals seit mehr als sechs Jahren waren im Oktober die japanischen Ausfuhren in die Länder des Kontinents rückläufig, wie aus der am Donnerstag vorgelegten Handelsbilanz hervorgeht.

HB TOKIO/PEKING. Die Exportschwäche des stark auf die Ausfuhrwirtschaft spezialisierten Fernoststaates führte zu einem Handelsdefizit von umgerechnet 534 Mio. Euro.

Besonders zu schaffen machte der japanischen Exportwirtschaft die sinkende Nachfrage aus China: Erstmals seit dreieinhalb Jahren waren die Bestellungen aus dem Schwellenland rückläufig, das nach Jahren rasanten Wachstums die weltweite Konjunkturflaute immer stärker zu spüren bekommt. Die Konjunkturschwäche in Europa und den USA hat in China bereits zu einem starken Arbeitsplatzabbau geführt und die Industrie dazu gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.

Japan war im Sommer erstmals seit sieben Jahren in die Rezession gerutscht. Die Exporte in die EU brachen so stark weg wie seit Ende 2001 nicht mehr. Die Ausfuhren in die USA gingen zum Vorjahr um fast ein Fünftel zurück. Die Exporte in die größte Volkswirtschaft der Welt sind nunmehr bereits seit 14 Monaten rückläufig. Insgesamt verringerten sich die Ausfuhren zum Vorjahr um 7,7 Prozent, während die Einfuhren unerwartet kräftig um 7,4 Prozent zulegten.

Aus Expertensicht steht Japan nun eine längere konjunkturelle Durststrecke bevor: „Die schwache Auslandsnachfrage dürfte das Bruttoinlandsprodukt noch mindestens ein Jahr drücken“, sagte Junko Nishioka von der RBS.

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