BGA erwartet geringeres Wachstum als der Rest
Euro und Ölpreis dämpfen Zuversicht im Außenhandel

Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) hat angesichts des starken Euro seine Prognose für das deutsche Exportwachstum in diesem Jahr auf 3,8 % von zuvor 4,5 % gesenkt und rechnet auch nur noch mit einem geringen Wirtschaftswachstum.

HB BERLIN. Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) senkte seine Prognose für das deutsche Exportwachstum in diesem Jahr auf 3,8 % von bislang 4,5 %. Zudem rechnet er nach Angaben vom Dienstag für 2004 nur noch mit 1,2 statt zuletzt 1,5 % deutschem Wirtschaftswachstum 2004 und damit deutlich weniger als die Regierung. „Ich halte die 1,2 % für optimistisch“, ergänzte BGA-Präsident Anton Börner. Das größte Risiko für die Wirtschaftsentwicklung sehe er im Ölpreis, der in diesem Jahr über 40 Dollar je Barrel (159 Liter) steigen könnte. Weniger Sorge bereite dem deutschen Außenhandel die Eurokurs-Entwicklung. Allerdings sei eine Entwicklung in Richtung 1,40 Dollar nicht ganz auszuschließen, auch wenn man sie nicht erwarte. Die EU-Erweiterung werde der Wirtschaft Wachstumsimpulse geben und könnte jährlich 50 000 neue Stellen in Deutschland schaffen.

Der deutsche Export war in den vergangenen Jahren trotz niedrigerer Zuwächse bei lahmender Binnenkonjunktur die einzige gewichtige Wachstumsquelle der deutschen Wirtschaft. Das wird nach Börners Worten 2004 so bleiben. Zum erhofften Anziehen der Binnennachfrage sagte Börner: „Derzeit bezweifle ich das“. Dabei kritisierte er einen erlahmenden Reformeifer der Regierung. Nur einschneidende Reformen im Steuersystem und am Arbeitsmarkt könnten Deutschland - auch in einer verschärften Konkurrenz durch die neuen EU-Staaten - wieder auf nachhaltigen Wachstumskurs bringen. Der Außenhandelsüberschuss werde 2004 auf die Rekordmarke von gut 139 Mrd. € steigen.

Trotz der Revision der Wachstumsprognose wird der deutsche Außenhandel nach Börners Worten seine zweijährige Durststrecke mit Exportzuwächsen von jeweils nur 1,6 % hinter sich lassen. Die erwartete Zuwachsrate 2004 von 3,8 % liege aber noch deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 6,6 %. Die Importe dürften um bis zu drei Prozent zunehmen. Der starke Eurokurs schlage sich vor allem im Export in die USA nieder, wo auch Zweifel an der Nachhaltigkeit des Aufschwungs beständen. Der deutsche Export in die USA war 2003 um fast zehn Prozent zurückgegangen.

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