Bini Smaghi
EZB-Direktoriumsmitglied rechnet mit mehr Arbeitslosen

Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnet in den kommenden Monaten mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Europa. In vielen Firmen seien Restrukturierungen unvermeidbar.
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MAILAND. „Für den Finanzsektor ist das Schlimmste vorbei“, sagte Smaghi in einem Interview mit der italienischen Zeitung „La Nazione“ (Donnerstagausgabe). „Aber jetzt steht die Realwirtschaft unter Beobachtung.“

Für einige Industriezweige zeichnete Smaghi ein eher düsteres Bild: die Bauwirtschaft, Autoindustrie und der Finanzsektor im Allgemeinen würden nicht mehr zu ihren Wachstumsraten von vor der Krise zurückkehren. Für Firmen, die vor der Krise nicht über Auslandsmärkte verfügten, würden Restrukturierungen und Zusammenschlüsse unausweichlich.

„Diese Krise hinterlässt deutliche Spuren. Wenn wir keine Lehren ziehen, laufen wir Gefahr, in die alten Muster zurückzufallen, die die Krise verursacht haben“, sagte Smaghi. Er hoffe, dass sich die Lage im kommenden Jahr stabilisiere und die Zentralbanken ihre Aktivitäten zurückfahren könnten. Da die Notlage überwunden sei, sollten andere Akteure wieder die Hauptrollen spielen.

Die Zentralbanken hatten im Kampf gegen die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit vielen Jahrzehnten die Zinsen massiv gesenkt und die Geldschleusen geöffnet. 2010 soll für die Notenbanker das Jahr des Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes werden.

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