Binnenkonsum zieht an
IWF sieht deutsche Konjunktur im Aufwind

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2006 mit einer „kräftigen Belebung“ der deutschen Konjunktur. In seinem globalen Wirtschaftsausblick, dem „World Economic Outlook“, hat der Fonds seine Wachstums-Prognose für Deutschland auf 1,4 Prozent angehoben.

HB WASHINGTON. Im April war der IWF noch von einem Wachstum von 1,3 Prozent ausgegangen. Der IWF wird das Papier, das dem Handelsblatt in Auszügen vorliegt, auf seiner Jahrestagung Mitte September in Singapur vorstellen. Der bislang in hohem Maße exportlastige Aufschwung in Deutschland habe vor allem durch eine Stärkung der Binnen-Nachfrage „an Breite gewonnen“, heißt es in dem Ausblick. Insbesondere bei den Investitionen gebe es einen deutlichen Zuwachs, aber auch der Binnenkonsum verzeichne ein Plus.

Die Dynamik werde sich allerdings 2007 abschwächen: Nach Angaben des Fonds wird die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr nur um 0,9 Prozent zulegen - 0,1 Punkte weniger als noch im Frühjahr prognostiziert. Neben der ab Januar 2007 einsetzenden Erhöhung der Mehrwertsteuer schlügen zunehmende globale Risiken wie die Nahost-Krise sowie der hohe Ölpreis zu Buche. Außerdem sei die Sorge verbreitet, dass die globale Konjunktur durch Zinserhöhungen auf Grund von Inflationsängsten belastet werde.

In diesem Jahr stehe die Weltwirtschaft jedoch noch unter Dampf, schreibt der IWF. Die Wachstumsrate von 4,9 Prozent aus der Frühjahrs-Prognose werde sogar „leicht übertroffen“. Dagegen korrigierte der Fonds seinen damals für 2007 veranschlagten Wert von 4,7 Prozent „minimal“ nach unten. Ursache hierfür seien neben „stärkeren geopolitischen Risiken“ wie dem Nahost-Konflikt der hohe Ölpreis sowie die auf Eis gelegten Gespräche über eine Liberalisierung des Welthandels.

Darüber hinaus rechnet der Fonds mit einer „leichten Abkühlung“ der amerikanischen Konjunktur im nächsten Jahr. Für 2006 sagt der IWF zwar ein kräftigeres US-Wachstum voraus als den im April angesetzten Wert von 3,0 Prozent voraus. Im kommenden Jahr werde die US-Konjunktur die geschätzte Messlatte von 2,8 Prozent nicht erreichen. Neben den weltweit zunehmenden Risiken liege dies an einem Rückgang der Häuserpreise: Die aus Immobilienverkäufen erzielten Wertsteigerungen waren in der Vergangenheit eine der wichtigsten Stützen für den Binnenkonsum und das Wirtschaftswachstums in Amerika.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%