Binnenmarkt wird nur leicht anziehen
IfW senkt Wachstumsprognose deutlich

Das Kieler Wirtschaftsforschungsinstitut IfW hat seine Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland deutlich gesenkt. „Nach nur einem Jahr Aufschwung verliert die Konjunktur in Deutschland schon wieder an Fahrt“, erklärte das Institut in seiner aktuellen Konjunkturprognose.

HB KIEL. Für das kommende Jahr erwartet das IfW vor allem wegen geringerer Export-Impulse nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,8 Prozent, und nicht wie zuvor von 1,2 Prozent. Der Binnenmarkt werde im nächsten Jahr nur leicht anziehen und könne deshalb die erwartete Abkühlung der Weltwirtschaft nicht ausgleichen. Auch für dieses Jahr senkten die Forscher ihre Wachstumsprognose auf 1,7 von 1,9 Prozent. 2006 sei ein BIP-Zuwachs von 1,3 Prozent zu erwarten.

Mit ihrer Prognose für das kommende Jahr gehören die Kieler eher zum Lager der Konjunktur-Pessimisten. Anders als andere Volkswirte erwarten sie nämlich auch um den Effekt unterschiedlicher Arbeitstage bereinigt einen Rückgang des Wachstums auf 1,0 Prozent in 2005 von 1,2 Prozent in 2004. „Die merkliche Verlangsamung des Produktionsanstiegs, die wir für das kommende Jahr prognostizieren, impliziert in Anbetracht der üblichen Prognoseunsicherheit ein erhöhtes Risiko einer rezessiven Entwicklung“, hieß es.

DIW: Konjunkturelles Tempo hat sich im verstärkt

Das konjunkturelle Tempo in Deutschland hat sich hingegen nach jüngsten Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) spürbar verstärkt. Nach ersten vorläufigen Berechnungen dürfte es im vierten Quartal zu einem Wachstum von 0,5 % gegenüber dem Vorquartal kommen, erklärte das DIW in seinem jüngsten "Konjunkturbarometer". Dies entspräche einem Anstieg von 2,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Allerdings sei der Vorjahresvergleich durch eine deutlich höhere Zahl von Arbeitstagen im Berichtszeitraum verzerrt.

Der private Konsum dürfte im vierten Quartal erstmalig wieder einen stärkeren Wachstumsbeitrag liefern und bei den Ausrüstungsinvestitionen rechnen die Forscher mit einem abermaligen Anstieg. Trotz eines etwas schwächeren Wachstums der Exporte, scheinen laut DIW auch die außenwirtschaftlichen Kräfte "weiterhin intakt zu sein". "Alles in allem wären damit die Voraussetzungen für einen gelungenen konjunkturellen Start ins Jahr 2005 erfüllt", erklärte das DIW.

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