BIP
Deutsche Wirtschaft im Frühjahr geschrumpft

Die guten Zeiten für die deutsche Wirtschaft sind vorerst vorüber. Das BIP ist im zweiten Quartal 2008 zum ersten Mal seit knapp vier Jahren wieder geschrumpft. Doch die Bundesregierung beschwichtigt.

HB WIESBADEN. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag laut Statistischem Bundesamt 0,5 Prozent niedriger als im ersten Quartal. Das Wachstum betrug im ersten Quartal 1,3 Prozent. Damit hat die Konjunktur deutlich an Schwung verloren.

Für das Minus im zweiten Quartal waren nach Angaben der Statistiker schrumpfende Konsumausgaben der privaten Haushalte, die rückläufige Baukonjunktur sowie sinkende Investitionen der Firmen in Maschinen und Anlagen verantwortlich. Insbesondere die Bauinvestitionen seien deutlich niedriger als im ersten Vierteljahr ausgefallen. Zugleich bremsten die Finanzmarktkrise, der starke Euro und der hohe Ölpreis. Positive Impulse seien dagegen vom Außenhandel gekommen, was aber vor allem auf einen signifikanten Rückgang der Importe zurückzuführen sei.

Gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres lag das BIP allerdings um 3,1 Prozent höher. Kalenderbereinigt betrug die Zuwachsrate 1,7 Prozent. Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal wurde von 40,2 Millionen Menschen erbracht, 566 000 oder 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Regierung bleibt bei Prognose

Die Bundesregierung hält ungeachtet der im Frühjahr geschrumpften Wirtschaftsleistung an ihrer Wachstumsprognose für 2008 fest. Es werde weiter ein Plus von 1,7 Prozent erwartet, sagte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). 2007 hatte die Wirtschaft noch um 2,5 Prozent zugelegt. 2006 waren es nach revidierten Angaben sogar 3,0 Prozent.

„Die Wachstumsabschwächung im zweiten Quartal hatten wir erwartet“, sagte Glos. Die Finanzkrise, hohe Ölpreise und der starke Euro hätten die Konjunktur belastet. Die deutsche Wirtschaft habe aber ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandskraft in den vergangenen Jahren erhöht.

Der Rückgang des BIP im zweiten Quartal entsprach den Erwartungen von Volkswirten. Sie verweisen darauf, dass das Minus nicht allein auf eine allgemeine konjunkturelle Schwäche zurückzuführen ist, sondern auch Folge des Saisonbereinigungsverfahrens und einer „technischen Gegenbewegung“ nach dem sehr hohen Wachstum im ersten Quartal.

„Erstens geht das Saisonbereinigungsverfahren von einer deutlichen Frühjahrsbelebung im Bausektor aus, die aber nicht eintreten wird, da aufgrund der milden Witterung bereits im Winter kräftig gebaut wurde“, erklärt Jörg Rahn von M.M. Warburg. „Zweitens konnten viele Bauaufträge bereits im Winterquartal erfüllt werden, die im zweiten Quartal nun fehlten“, fügt Rahn hinzu.

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