BIP im 4. Quartal
Deutsche Wirtschaft steckt in der Rezession

Die deutsche Wirtschaft ist im Schlussquartal 2008 so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 geschrumpft. Das deutsche Staatsdefizit fiel im vergangenen Jahr zudem höher aus als zunächst berechnet.

HB WIESBADEN/BERLIN. Ein Exporteinbruch hat die deutsche Wirtschaft Ende 2008 in die schwerste Rezession seit der Wiedervereinigung geschickt. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Oktober bis Dezember um 2,1 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Es bestätigte damit eine frühere Schätzung. Das war das größte Minus seit 1987 und bereits das dritte negative Quartal in Folge. Die Wirtschaft wird nach Prognosen von Experten frühestens am Jahresende wieder auf Wachstumskurs schwenken.

Die in Rekordtempo sinkenden Neuaufträge für die Industrie und das unter der globalen Rezession leidende Exportgeschäft ließen für das erste Quartal eine „ähnlich hässliche Zahl“ erwarten, sagte UniCredit-Ökonom Alexander Koch. Der Deutschland-Chefvolkswirt der Citigroup, Jürgen Michels, rechnet mit einem Minus von etwa 1,5 Prozent. „Eine Stabilisierung der Wirtschaft ist erst am Jahresende in Sicht“, sagte Michel.

Der Konjunktureinbruch am Jahresende ist vor allem der Exportschwäche geschuldet. Die Ausfuhren sanken im vierten Quartal um 7,3 Prozent im Vergleich zur vorangegangenen Vierteljahr. Das war das größte Minus seit Frühjahr 1991. Exportweltmeister Deutschland leidet stärker als andere Industriestaaten unter der weltweiten Rezession. Der Branchenverband BGA rechnet für 2009 mit einem Exporteinbruch von bis zu acht Prozent. Das wäre der größte Rückgang seit Bestehen der Bundesrepublik und der erste seit 1993.

Wegen des schwachen Auslandsgeschäfts stoppten viele Unternehmen ihre Investitionen. Sie gaben 4,9 Prozent weniger für Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen aus. Die Bauinvestitionen sanken um 1,3 Prozent. Auch die Verbraucher hielten sich zurück: Die privaten Konsumausgaben sanken um 0,1 Prozent. Der Staatskonsum blieb dagegen stabil.

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