BIP-Plus
Konsumlaune der Deutschen stützt Aufschwung

Der deutsche Aufschwung steht laut jüngsten BIP-Zahlen dank steigender Konsumausgaben auf immer stabileren Füßen. Experten erwarten sogar, dass das Geld der Verbraucher im kommenden Jahr noch lockerer sitzen wird. Die Zahl der Arbeitslosen soll dann so niedrig sein wie seit 1992 nicht mehr.
  • 0

HB BERLIN. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal um 0,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Der private Konsum steuerte ebenso wie die boomenden Exporte mit 0,3 Prozentpunkten knapp die Hälfte zum Wachstum bei. Auch die Investitionen der Unternehmen in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen stützten die Konjunktur. „Somit hat sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft fortgesetzt, wenn auch mit etwas abgeschwächtem Tempo“, schrieben die Statistiker.

Im Frühjahr hatte es mit 2,3 Prozent noch das kräftigste Wachstum seit der Wiedervereinigung gegeben, begünstigt allerdings durch eine Reihe von Sonderfaktoren wie einer ungewöhnlich kräftigen Frühjahrsbelebung in der Baubranche. Zu Jahresbeginn betrug der Zuwachs 0,6 Prozent. Deutschland bleibt damit die Wachstumslok der Euro-Zone: Die Währungsunion wuchs nach vorläufigen Berechnungen von Eurostat mit 0,4 Prozent nur gut halb so stark wie ihre größte Volkswirtschaft.

Die privaten Konsumausgaben stiegen wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit und der Aussicht auf spürbare Lohnerhöhungen um 0,4 Prozent. Das war bereits der dritte Zuwachs in Folge. Experten erwarten, dass das Geld der Verbraucher im kommenden Jahr noch lockerer sitzen wird. Die Zahl der Arbeitslosen soll dann so niedrig sein wie seit 1992 nicht mehr.

Die staatlichen Konsumausgaben legten um 1,1 Prozent zu. Der Export von Waren und Dienstleistungen erhöhte sich um 2,3 Prozent. Die Importe zogen um 1,9 Prozent an. Die Ausrüstungsinvestitionen kletterten um 3,7 Prozent, während die Bauausgaben um 0,4 Prozent schrumpfen.

Vergleichen mit dem Vorjahresquartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 3,9 Prozent zu. Die meisten Experten rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum von rund 3,5 Prozent, das sich 2011 auf etwa 2,0 Prozent abschwächen dürfte. 2009 war das Bruttoinlandsprodukt wegen der weltweiten Wirtschaftskrise mit 4,7 Prozent so stark eingebrochen wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Kommentare zu " BIP-Plus: Konsumlaune der Deutschen stützt Aufschwung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%