BIP-Revision
Deutsche Wirtschaft schrumpfte doch weniger

Die deutsche Wirtschaft ist Ende 2004 etwas weniger geschrumpft als zunächst geglaubt. Grund für die neuen Ergebnisse: Eine Reform des Berechnungsverfahrens beim Statistischen Bundesamt, das die deutschen BIP-Daten international vergleichbarer machen soll.

BERLIN. Nach den neuen Ergebnissen ergibt sich für das vierte Quartal 2004 ein realer Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,1 Prozent zum Vorquartal statt der bisher gemeldeten 0,2 Prozent.

„Das bisherige Konjunkturbild bleibt weitgehend erhalten; das gilt auch für das aktuell nachgewiesene Jahr 2004“, betonten die Statistiker. Das reale Wachstum lag auch nach den neuen Berechnung im vergangenen Jahr bei 1,6 Prozent. Die Revision ergab jedoch für die Jahre davor zum Teil merklich höhere Raten; zudem verschoben sich Wachstumsspitzen und Tiefpunkte im Konjunkturverlauf etwas.

Die Daten-Reform des Statistischen Bundesamtes betrifft die Berechnungen für das BIP in den Jahren 1991 bis 2004. Um internationalen Anforderungen Rechnung zu tragen, berechnet das Statistikamt nun die realen Wirtschaftsdaten auf Vorjahrespreisbasis. Während bislang zur Berechnung des realen BIP die Preise eines Basisjahres (zuletzt 1995) herangezogen wurden, bezieht das Amt nun die Wirtschaftsleistung auf den Preisdurchschnitt des Vorjahres. Damit wird die reale BIP-Berechnung zeitnäher und unter anderem vergleichbarer mit der in den USA.

"Ich würde keine neue Interpretation aus den Daten ableiten“, betonte Gerd Haßel von der BHF-Bank aber: „Verschiebungen haben sich immer bei Revisionen ergeben.“ Die neuen Methoden erschwerten für Ökonomen die Prognosen. Ob das etwas geringere Minus zum Jahresende 2004 die Basis für das Wirtschaftswachstum 2005 tatsächlich verbessert hat, könne erst nach Analyse der absoluten Werte und der Details beurteilt werden. Auch Ullrich Taureg vom Essener RWI warnte davor, zu viel aus den neuen Daten lesen zu wollen: „Die Veränderung ist im Unsicherheitsbereich einer Prognose.“

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